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Während der Elternzeit als Redaktorin bin ich mit meinem Mann, meiner Tochter (ich nenne sie hier nach ihrem "Wunschnamen" Elisa, geb. Mai 2010) und meinem Sohn ("Brudi", so wurde er von seiner Schwester vor seiner Geburt genannt, geb. Juni 2014) von der Hansestadt an den Zürisee gezogen. Mittlerweile gehöre ich wieder zu den Working Moms und pendel mit den Kindern in den Ferien zwischen der Schweiz und Hamburg. Ich geniesse den Sommer in der Badi genauso wie am Nordseestrand, staune über die verschiedenen Kindergarten- und Kitamodelle und über meine Tochter, die schon nach kurzer Zeit perfekt Schweizerdeutsch spricht.

Samstag, 23. Januar 2016

Elterngespräch im Kindergarten - wenn Mami plötzlich Prüfungsangst hat



In dieser Woche hatte ich ein Gespräch mit Elisas Kindergarten-Lehrerin, es sollte um die Schulreife für die Einschulung im Sommer gehen. Nun werden im Kanton Zürich nur Kinder, die in diesem Jahr VOR dem 15. Mai sechs werden, eingeschult. In Deutschland kommen hingegen ja zuweilen sogar noch Kinder, die von August bis Dezember sechs werden, im Sommer in die erste Klasse. Und da meine Tochter nur wenige Tage vor dem Stichtag Geburtstag hat, war ich entsprechend nervös, wie die Beurteilung sein würde. Es ist hier nämlich durchaus üblich, Kinder, die als nicht schulreif eingeschätzt werden, um ein Jahr zurück zu stellen. Was ich auch gar nicht so schlecht finde. So können sie im Kindergarten noch weiter auf die Schule vorbereitet werden und quälen sich nicht gleich im ersten Jahr.
In Deutschland hatte Elisa immerhin schon die Viereinhalbjährigen-Untersuchung bestanden. Dazu ging ich mit ihr in die uns zugeteilte Grundschule, wo eine Lehrerin mit ihr einen kurzen Test zur Sprachkompetenz durchführte. Hinzu kam eine Einschätzung der Kita-Erzieherinnen bezüglich der sozialen, motorischen, sprachlichen und weiteren Fähigkeiten. 

Ich nahm also auf einem dieser Mini-Stühle Platz, die einem nach wenigen Minuten schon Schmerzen an Rücken, Nacken oder Hintern bereiten. Auf dem Tisch lag eine Zeugnis-Mappe. Wow. Das hätte ich nicht erwartet. Es gibt zwar noch keine Noten, aber bereits eine Test-Auswertung mit Punkten und Erläuterungen der Lehrerin zu den Fähigkeiten des Kindes. Den mehrseitigen Test hatte sie mit den Kindern während des Nachmittags-Unterrichts durchgeführt. Dabei hatten die Kleinen sogar - ähnlich wie bei einem Schultest – so weit auseinander gesessen, dass Abschauen unmöglich war. Erschwerend kam hinzu, dass einige Übungen auch in einem engen Zeitfenster gemacht wurden, und so also schon ein gewisser Druck wie in der Schule ausgeübt wurde. Bei einer Geometrie-Übung sollten sie zum Beispiel aus verschiedenen Formen immer das gleiche Quadrat bilden. Aus drei langen Rechtecken oder aus zweimal zwei verschieden grossen Dreiecken oder aus mehreren kleinen Dreiecken. „Versuchen Sie es mal“, ermunterte mich die Lehrerin. Oops. Jetzt bloss nicht blamieren. Plötzlich fand ich mich selbst in einer Prüfungssituation wieder, denn an einer Kindergarten-Übung zu scheitern, wäre ja äusserst peinlich gewesen. Ich schaffte es dann glücklicherweise trotz der „Stresssituation“, die verschieden grossen Dreiecke richtig zu formatieren.
Am Ende schnitt Elisa recht gut ab. Ihre Lehrerin war zufrieden mit ihr. Und auch ihr Schweizerdeutsch sei nicht mehr von dem der Schweizer Kinder zu unterscheiden. Der Einschulung stehe also nichts im Wege!
Ich finde das Schweizer Kindergartenmodell übrigens wirklich toll. Weil die Vorschüler hier auch individuell gefördert und so optimal auf die Schule vorbereitet werden. Und trotzdem kommt das Spielen nicht zu kurz. Momentan ist das Quartals-Thema Zaubern. Und die Lehrerin liest dazu spannende Geschichten vor, bastelt mit den Kindern Zauberhüte, übt kleine Tricks ein und zaubert sogar selbst mit Trockeneis, so dass der Zauberkessel richtig dampft. Entsprechend gibt es auch im Nachmittagsunterricht Arbeitsblätter, z.B. Schwung- oder Zahlenübungen, zu diesem Thema. Elisa hat jedenfalls viel Spass und wird ganz nebenbei gut auf die Primarschule vorbereitet.

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