Über mich

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Während der Elternzeit als Redaktorin bin ich mit meinem Mann, meiner Tochter (ich nenne sie hier nach ihrem "Wunschnamen" Elisa, geb. Mai 2010) und meinem Sohn ("Brudi", so wurde er von seiner Schwester vor seiner Geburt genannt, geb. Juni 2014) von der Hansestadt an den Zürisee gezogen. Mittlerweile gehöre ich wieder zu den Working Moms und pendel mit den Kindern in den Ferien zwischen der Schweiz und Hamburg. Ich geniesse den Sommer in der Badi genauso wie am Nordseestrand, staune über die verschiedenen Kindergarten- und Kitamodelle und über meine Tochter, die schon nach kurzer Zeit perfekt Schweizerdeutsch spricht.

Donnerstag, 25. Februar 2016

Kitafahrt im Krippenalter - Wenn Ein- und Zweijährige auf Reisen gehen

Nachdem Elisa wenige Wochen im Schweizer Kindergarten war, meinte ihre Lehrerin zu mir: "Nächste Woche steht unsere Kindergartenfahrt an." Ich überlegte mir schon, wie Elisa wohl die Übernachtung mit der noch relativ fremden Gruppe meistern würde. Doch die Kindergärtnerin schaute mich überrascht an. "Nein, natürlich nur ein Tagesausflug. Für eine Übernachtung sind die Kinder doch noch viel zu klein!" Klein ist natürlich relativ. Ich finde es auch überflüssig, im Kindergartenalter schon mehrtägige Reisen zu unternehmen.
Doch in unserer alten Hamburger Kita sahen das die meisten anders, und ich befand mich mit meiner Meinung in der Minderheit. Dort war es nämlich üblich, schon im Krippenalter eine Fahrt mit zwei Übernachtungen zu unternehmen. Die Jüngsten waren knapp über einem Jahr alt.

Bin ich eine Helikopter-Mutter?

In meiner Kindheit fand die erste Reise mit Übernachtung in der vierten Klasse statt. Auf die Fahrt haben wir uns damals alle riesig gefreut. Wir waren in der Abschlussklasse der Grundschule, also die Grossen, was durch die Reise noch stärker unterstrichen wurde. Mit acht war ich bereits das erste Mal für neun Tage auf einem Ponyhof. Ich erinnere mich noch gut daran, wie stark meine neunjährige Freundin unter Heimweh litt. Und ich finde es für ein Schulkind auch völlig ok, dass es möglicherweise seine Eltern vermisst. Und für ein Kleinkind erst Recht.

Ich frage mich: Was soll denn da noch kommen, wenn schon Zwerge mit ihren Kollegen verreisen und sich später nicht mal mehr an diesen Ausflug erinnern können? Zudem ging Elisa unter der Woche täglich bis zum frühen Nachmittag in die Krippe. Da wollte ich jedenfalls am Wochenende voll für sie da sein. Da ausser zwei weiteren Kindern sonst alle anderen zehn mitfuhren, hatte ich schon fast ein schlechtes Gewissen gegenüber der Gruppe. Konnte ich nicht loslassen? Sollte meine Tochter nicht selbständig werden? Am Ende ist die Kitafahrt wohl gut gewesen und alle Kinder - und auch die Erzieher - wieder wohlauf in Hamburg angekommen.

Zerstören wir den Gruppenzusammenhalt? Wird Elisa zur Aussenseiterin?

Nächstes Jahr, gleiche Frage: Fährt Elisa dieses Mal (sie war knapp drei) mit auf Kitafahrt? Nein, auch dieses Jahr fährt sie nicht mit. Im Gegensatz zum Vorjahr konnte ich sie zwar fragen (auch wenn sie Bedeutung natürlich nicht wirklich einschätzen konnte). Eine andere Mutter erzählte mir, dass sich ihre Tochter schon riesig auf die Fahrt freue. Was ich auch glaube. Und dann wäre das Kind natürlich enttäuscht, nicht mitfahren zu dürfen. Viele Kinder wurden jedoch gar nicht gefragt. "Elisa, magst du mit den anderen Kindern verreisen und lustige Übernachtungspartys feiern oder bei Mama und Papa bleiben?" "Bei Mama und Papa bleiben."

Leichtes Stirnrunzeln von den Erziehern. Es sei ja auch wichtig für das Teambuilding. Doch Elisa blieb wieder, diesmal mit nur noch einem anderen Mädchen, zu Hause. Immerhin gönnten wir Eltern uns später noch ein Wochenende in Kopenhagen, während Oma und Opa bei uns zuhause auf sie aufpassten. Wir können sogar loslassen! Aber ich wollte sie in ihrer vertrauten Umgebung in einer familiären eins-zu-eins-Betreuung wissen.

Endlich fährt sie mit - oder doch nicht?

Nächstes Jahr, gleiche Frage. Mittlerweile war Elisa knapp vier und schon in der Elementargruppe. Unsere Auswanderung in die Schweiz stand kurz bevor. Nun wäre es für uns in Ordnung gewesen, wenn sie mitgefahren wäre. Und Elisa sagte tatsächlich "JA". Cool. Abschiedsreise für Töchterlein. Freies Wochenende für die Eltern. Naja, fast frei. Denn mittlerweile war Brudi auf der Welt.
Doch eine Woche später meinte Elisa plötzlich, sie würde nicht mehr mitfahren wollen. Das Problem: Ihre Gruppe war für Tätigkeiten wie Musik- oder Kunstunterricht in zwei Untergruppen eingeteilt. Dies war schon bei der Gruppenentstehung ein grosses Drama für Elisa. Denn ihre allerbeste Freundin, ihre zweitbeste, ihre drittbeste und viertbeste Freundin waren alle gemeinsam in einer Gruppe. In der anderen waren Elisa, Freundin Nr. 5 und ein Haufen wilder Jungs. Und entsprechend dieser Aufteilung sollten sie dann auch schlafen. Ich sprach also mit Engelszungen auf die Erzieher ein. Ob sie denn nicht mit ihrer besten Freundin zusammen übernachten könnte. Es ist doch schon so ein grosser Schritt ohne die Eltern. Aber keine Chance. Aus pädagogischen Gründen hätten sie die engsten Freundinnen getrennt, damit sie abends nicht so viel Blödsinn machen würden. Nur dass Freundin Nr. 1 nun wohl mit Nr. 2 und Nr. 3 albern sein würde, während Elisa mit Freundin Nr. 5 schüchtern mit den vielen Jungs in einem Zimmer wäre. Also verpassten wir auch diese Chance.

Was sie immerhin mitmachte: Zweimal eine Übernachtung in der Kita. Ihr hat es jeweils viel Spass gemacht. Doch für uns war der folgende Tag mit der dauerquengelnden, übermüdeten Elisa jeweils so anstrengend, dass es die Erholung des Vorabends wieder wettgemacht hatte.

Und was sagen die Experten? Andreas Engel von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung in Fürth empfiehlt auf NWZ online zum Beispiel, bei einer Reise mit den Grosseltern - sofern diese feste Bezugspersonen sind - mindestens bis zum dritten oder vierten Geburtstag zu warten. Und auch unsere Kinderärztin meinte, dass eine Kita-Reise im Krippenalter kaum Sinn machen würde.


Sonntag, 21. Februar 2016

Blogparade - Einzelstücke. Zwei Geschwister im Vergleich

Marsha von Mutter und Söhnchen hat in ihrer Blogparade dazu aufgerufen, über die Gemeinsamkeiten bzw. Unterschiede zwischen Geschwistern zu schreiben. Da mache ich gern mit. Brudi ist zwar erst 20 Monate alt, aber man kann sagen: Er entspricht fast allen Jungen-Klischees, während Elisa die totale Prinzessin ist. Ich fasse mich mal kurz:

Elfe versus kleiner Rabauke
Elisa ist mit zwölf Monaten nur gerobbt statt gekrabbelt. Und statt sich hinzusetzen, lag sie ziemlich lässig auf der Seite mit aufgestütztem Arm. Bei der Physiotherapeutin haben wir dann Krabbeln geübt. Mit Erfolg. Die ersten selbständigen Schritte machte sie mit 16 Monaten und drei Tagen. Dann allerdings perfekt. Ohne dabei hinzufallen. Ähnlich war es mit dem Trockenwerden. Hiermit wartete sie knapp drei Jahre (ihre gleichaltrigen Kita-Kolleginnen waren bereits vorher trocken). Jedoch brauchte sie einen Monat vor ihrem dritten Geburtstag auch nachts keine Windel mehr. Wenn, dann richtig!
Wenn ihr allerdings mal etwas misslingt oder sie hinfällt, ist das Geschrei stets gross. 
Brudi ist mit acht Monaten gekrabbelt und mit 13 Monaten gut gelaufen. Wenn wir unterwegs sind, ist ihm kein Balken zum Balancieren zu schmal und kein Hindernis zum Erklettern zu hoch. Die Folge: Er fällt bei seinen Abenteuern oft auf die Nase, so dass er fast jeden Tag irgendwo im Gesicht eine neue Beule oder Schramme hat. Er beruhigt sich aber meist schnell. Letzt waren wir zur Blutabnahme beim Arzt. Er verzog keine Miene und schaute gebannt zu, wie das Blut durch die Kanüle floss. 


Beim Sprechen hatte Elisa die Nase vorn
Elisa hat früh und gut gesprochen. Mit 25 Monaten kannte sie alle Farben, inklusive der Unterschiede zwischen lila, rosa und pink. 
Brudi kann sich mit 20 Monaten verständlich machen. Allerdings war Elisa ihm bei der Aussprache um Längen voraus. So heisst bei ihm Flugzeug "Ssussi" und die Paprika "Papipei".



Nicht ohne mein Kuscheltier!  

Brudi tut keinen Schritt ohne seinen Eli. Vor Kurzem brauchte er ihn nur zum Schlafen. Mittlerweile nimmt er ihn überall mit hin. Zuhause erklingt alle zehn Minuten ein Schrei nach Eli - und versetzt die ganze Familie in den Such-Modus. 
Am schlimmsten war es gestern Abend. Eli war spurlos verschwunden und so wollte ich ihn mit seinem zweitliebsten Tier ins Bett bringen. Doch das Lämmchen flog wieder hinaus und er schrie bitterlich "Eli! Eli!" Wir suchten eine weitere Stunde. Zum Glück fand Elisa ihn und wir konnten alle beruhigt ins Bett gehen. 
Auch vor "echten" Tieren hatte Brudi nie Angst. Jede Katze wird gestreichelt, die Löwen im Tierpark bestaunt und als seine Schwester Reiten war, beklagte er sich schon mit zwölf Monaten so lange, bis wir ihn ebenfalls zu ihr auf das Pony setzten.
Elisa hat und hatte viele Kuscheltiere. Ihre Zuneigung zu einem bestimmten dauert dabei stets nur wenige Tage. Deshalb tummelt sich bei ihr eine ganze Kuscheltier-Familie im Bett.
Als kleines Kind hatte sie wahnsinnige Angst vor Tieren. Mit neun Monaten schrie sie in der Babytrage den ganzen Pferdestall vor Angst zusammen. Mit 18 Monaten konnten wir in kein Café mehr gehen, sofern dort jemand mit einem Hund war. Mit zweieinhalb wagten wir uns erstmals in den Zoo. Er hatte ihr gut gefallen. "Bis auf die Tiere!" Jetzt, mit fünf, hat sie ihre Scheu überwunden und fragt sogar fremde Leute, ob sie deren Hund streicheln darf.  



Mit dem Föhn ins Land der Träume

Hier gibt es eine Gemeinsamkeit, die ich gerade auch schon in meinem letzten Post "Eisenbahn, Föhn oder Flugzeug - per App in den Schlaf" beschrieben habe. Beide lieben bzw. liebten ein sonores Brummen, um einschlafen zu können. Aber keine Angst, diese Gewohnheit geht auch wieder weg. Elisa schläft seit sie etwa zwei ist zum Glück ohne Geräuschkulisse ein. Aber während ich sie damals per Föhn oder Föhn-CD beruhigte und zum (Weiter-)schlafen animierte, geht das bei Brudi mit der Baby Sleep Sounds-App. Lieblingsgeräusche: Eisenbahn, Auto und Flugzeug.


Jeden Tag Pasta ohne alles

Brudi liebt Brokkoli, Kartoffeln, Fisch, Käse und Wurst.
Elisa ernährt sich hauptsächlich von Pasta ohne Sosse, Reis und Couscous
Als Elisa allerdings in Brudis Alter war, hat sich auch noch besser gegessen. Ich hoffe, diese mittlerweile fast drei Jahre andauernde Phase geht irgendwann vorbei!

Donnerstag, 18. Februar 2016

Eisenbahn, Föhn oder Flugzeug - per App in den Schlaf

Beim zweiten Kind wird alles besser. Das hatte ich in Bezug auf die Nächte stark gehofft. Doch es kam anders. Mein Sohn hat nämlich genauso schlecht geschlafen wie meine Tochter - nur auf andere Art. Elisa hat damals vor dem Einschlafen Abend für Abend geschrien. Es begann, als sie zwei Wochen alt war. Ich habe sie dann nach endlosem Herumtragen mit zu mir ins grosse Bett genommen, und sie auf meine Brust gelegt. Irgendwann sind wir beide völlig erschöpft eingeschlafen. Mit sechs Monaten half auch das nicht mehr. Genauso wenig wie Danebensitzen und Händchen halten. Ich las schliesslich, dass sogenannter weisser Lärm viele Babys beruhigt. Also das monotone Rauschen des Föhns, des Staubsaugers oder der Waschmaschine.

Das Baby in den Schlaf "föhnen"

Deshalb legte ich irgendwann beim Schreien den Föhn neben sie. Es half. Nachdem sie etwa zehn Minuten geschlafen hatte, stellte ich den Föhn von Stufe 2 auf Stufe 1. Nach weiteren fünf Minuten entfernte ich ihn langsam von ihrem Bett und schlich zur Tür. Ich machte ihn allerdings erst draussen aus. Denn wehe, das Geräusch stoppte abrupt. Das erwiderte sie stets mit Geschrei. Irgendwann, als uns der Föhn zu laut und die Stromkosten zu hoch wurden, luden wir das Föhn-Geräusch aus dem Internet herunter auf eine CD. Hier konnte man den Sound entsprechend geschmeidiger leise stellen.
Beim Mittagsschlaf half der Föhn dagegen leider nicht. Mit etwas über einem Jahr wollte sie partout nicht mehr in ihrem Bettchen schlafen. Ich schob also stundenlang mit dem Kinderwagen durch den Park, bis sie schliesslich eingeschlafen war. Und trug sie danach in den fünften Stock hoch.

Alleine einschlafen = Durchschlafen?

Ganz anders bei Brudi. Er schläft, seit er etwa ein halbes Jahr alt ist, sehr gut alleine ein. Eigentlich DER SCHLÜSSEL zum Durchschlafen. So steht es zumindest in den meisten Erziehungsratgebern. Doch ruhige Nächte kannte er, bis er fast anderthalb war, überhaupt nicht. Manchmal wurde er stündlich wach, und ich musste ihn bis zu einer Stunde streicheln, damit er wieder einschläft. So blieb mir also nichts übrig, als ihn ebenfalls mit sonorem Brummen zum Weiterschlafen zu bringen. Zum Glück gibt es mittlerweile ja tolle kostenlose Apps mit entsprechenden Geräuschen. So sind auf meiner "Baby Sleep Sounds" elf verschiedene Töne enthalten. Meist wähle ich "Flugzeug" (man hört sogar, wie der Getränkewagen durch den Gang geschoben wird) oder "Auto". Herrlich. Dabei schlafe ich auch problemlos wieder ein. Und so rauscht es bei uns nachts stundenlang im Schlafzimmer.

Mit der Eisenbahn direkt ins Traumland

Geradezu romantisch finde ich den Regen-Ton. Ein fantastischer Übergang war das einmal in einer lauen Sommernacht: Ich stellte das Tröpfeln langsam leiser, und draussen wurde der Regen immer stärker. Geradezu nervig, aber leider das wirkungsvolle letzte Mittel, ist der Sound "Eisenbahn". Das Rattern ist extrem anstrengend und baut sich oft in meine Träume mit ein. Aber Brudi beruhigt es. Und dann fahre ich im Schlafzimmer lieber Eisenbahn, als dass ich ein schreiendes Kind tragen muss. Mit seinem Mittagsschlaf klappt es immerhin besser als bei Elisa. Ich lege ihn hin und meist schläft er von allein ein für etwa anderthalb Stunden. Falls das einmal nicht funktioniert, oder ich ihn wegen eines Termins etwas früher ins Bett bringen muss, schalte ich auch ausnahmsweise mittags die Föhn-App ein. Prompt schläft er ein. 

Sonntag, 14. Februar 2016

Schweizer Fastnacht, die Zweite - dieses Mal preisgekrönt!

Vor einer Woche habe ich ja geschrieben, dass meine Kinder niemals einen Preis beim Fasching gewinnen würden, da ich weder gut basteln noch nähen kann. Heute stand die nächste Karnevals-Feier an. Da sich Elisa vorher beklagt hatte, dass sie als Braut ja gar keinen Bräutigam hätte, besorgte ich die Tage für Brudi im Kaufhaus einen niedlichen Festtags-Anzug (Krawatte, Hose, Weste und Hemd). Die beiden sahen als Hochzeitspaar zusammen so niedlich aus, dass dies meinen Ehrgeiz weckte, doch noch mit einem tollen Motto beim Fastnachts-Umzug mitzumachen. Und was darf auf keiner Hochzeit fehlen? Ein schickes Brautauto. Also nahm ich mir Brudis Bobbycar und dekorierte es mit einer Stoffblumenkette. Zudem bastelte ich mit Elisa zusammen ein Papp-Herz, auf dem Just Married stand. Hinten an das Auto hängte ich an eine Schnur mit drei in Alufolie eingewickelten Konservendosen. Vorne nahm ich zwei Plastikringe von Brudis Motorik-Turm und wickelte sie - als Eheringe - ebenfalls in Silberfolie ein. Zudem bastelte Elisa sich aus Draht und Papier noch einen Brautstrauss.

 

Im Brautkleid durch die Pfützen

Perfekt ausgestattet konnten wir losziehen. Doch meinem eigentlichen Plan, Brudi während des Umzuges auf seinem Gefährt zu ziehen, machte das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Es goss es wie aus Kübeln. Also setzte ich ihn in seinen Kinderwagen mit Regenschutz und mein Mann trug das Auto hinter den Festtagswagen her bis zur Halle. Dort bereitete ich auch dieses Mal meine Tochter wieder darauf vor, dass wir wohl keinen Preis gewinnen würden, weil andere einfach noch mehr gebastelt oder geschminkt hatten. Doch, oh Wunder, wir bekamen den vierten Preis! Und durften uns von dem tollen Präsente-Tisch etwas aussuchen. Brudi ist somit Besitzer eines coolen Bob-Schlittens, Elisa hat einen Frisier-Kopf, den sie sich schon lange gewünscht hatte, mitgenommen. Ein super Tag, trotz Regen.

Dies ist quasi der zweite Teil von der Blogparade Faschingskostüme auf Top Elternblogs.

Donnerstag, 11. Februar 2016

Polypen raus - ja oder nein?

"Die Polypen sind stark vergrössert und müssen raus. Am besten machen Sie gleich in der Tagesklinik einen Termin aus. Ich operiere Ihre Tochter dort auch selbst." Mit diesen Worten überraschte mich unser Hals-Nasen-Ohren-Arzt nach der Untersuchung der damals dreijährigen Elisa. Wir hatten ihn aufgesucht, weil sie Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und etwas Fieber hatte.

Besonders kleine Kinder haben häufig Polypen  

Nun kommen vergrösserte Rachenmandeln - umgangssprachlich Polypen genannt - besonders bei zwei- bis sechsjährigen Kindern häufig vor. Der Grund: Das Gewebe des sogenannten lymphatischen Rachenrings, dieser besteht aus den Rachen- und Gaumenmandeln, ist gerade in jungen Jahren sehr aktiv und rund um die Uhr mit der Bildung von Antikörpern gegen Krankheitserregern beschäftigt. Sind die Rachenmandeln allerdings stark vergrössert, kann dies die Atmung behindern, zum Schnarchen führen und dadurch den Schlaf stören. Auch vermehrte Mittelohrentzündungen können die Folge sein.
Ich fühlte mich jedoch durch den Mediziner ziemlich überrumpelt. Elisa war weder besonders häufig krank noch schnarchte sie. Zur Sicherheit machte ich einen Termin bei einer anderen HNO-Ärztin aus. Sie befand: "Die Rachenmandeln sind zwar vergrössert. Es reicht jedoch, wenn wir sie erst einmal weiter beobachten. Es geht ihr ja sonst soweit gut". Das haben wir gemacht. Und nun, zwei Jahre später, bin ich glücklich über die damalige Entscheidung, meine Tochter nicht vorschnell operieren zu lassen.

Was sagt die Wissenschaft?

Auch eine Studie an 111 niederländischen Kindern stellt feste, dass selbst bei häufigen Atemwegserkrankungen eine OP keinen Vorteil bringen muss. Hierzu wurden Kinder mit vergrösserten Rachenmandeln und wiederholten Infekten entweder operiert oder medikamentös behandelt und über zwei Jahre beobachtet. Das Ergebnis: Die Kinder, die nur mit Medikamenten behandelt wurden, erkrankten nicht öfter als jene, denen die Polypen zuvor entfernt wurden.

Sonntag, 7. Februar 2016

Wer fängt den Brautstrauss? Drei Nordlichter und die Schweizer Fastnacht

In den letzten Jahren bestand unsere Fastnachts- bzw. Faschingsteilnahme darin, Elisa in ihr Kostüm zu stecken und zur Kita-Feier zu bringen. Nun sind wir mittendrin im Fastnachtsrausch. Gestern war der Kinder-Umzug im Nachbardorf, nächsten Sonntag findet einer in unserem Ort statt. Elisa wollte unbedingt als Braut gehen. Easy für mich, man muss sie ja nicht mal schminken. Wie schon an früherer Stelle erwähnt: Ich bin nicht besonders begabt im Schminken, Nähen oder Basteln. Deshalb werden meine Kinder leider auch nie einen Preis bei der alljährlichen Kostüm-Prämierung gewinnen. Ich bestaune mit Elisa jedoch immer die Familien, die einheitlich in den tollsten Aufzügen erscheinen, zum Beispiel mit dem Motto Nordpol oder Wasser. Im letzten Jahr, wenige Tage nach unserer Ankunft in der Schweiz, waren wir bei der Kinder-Fastnacht auch schon dabei. Elisa fand sich extrem schick in ihrem gekauften Pippi Langstrumpf-Outfit. Umso enttäuschter war sie, dass sie dafür keinen Preis bekam, während andere Kinder grosse Geschenke mit nach Hause nehmen durften. Dieses Mal habe ich vorgebaut. Bereits als sie ihren Wunsch äusserte, eine Braut zu sein, sagte ich ihr, dass sie wird damit nichts gewinnen würde. Sie fand es zum Glück okay. Denn sie war extrem scharf auf ein schickes Brautkleid. Brudi gibt sich glücklicherweise noch damit zufrieden, das von Elisa geerbte Erdbeerkostüm anzuziehen. Er liebt es geradezu! Am Ende hatten wir also bei strahlendem Sonnenschein alle viel Spass, auch ohne Preis.

Übrigens ist dieser Post jetzt schon meine zweite Teilnahme an einer Blogparade in einer Woche. Dieses Mal hatte Anne von Top Elternblogs dazu aufgerufen.

Donnerstag, 4. Februar 2016

Medizin-News: Wie die richtige Ernährung in der Schulzeit das Brustkrebsrisiko senken kann

Ich bin zwar als Medizin-Redaktorin gerade in Elternzeit, blicke aber immer auch jetzt gern ins Ärzteblatt. Dort las ich gestern, dass junge Mädchen, die sich ballaststoffreich ernähren, später seltener an Brustkrebs erkranken. Eine US-Studie fand nämlich heraus: Eine im High-School-Alter um täglich zehn Gramm erhöhte Zufuhr an Ballaststoffen senkt das Risiko um 13 Prozent. Im Teenageralter sind die Brustdrüsen besonders empfindlich gegenüber Krebsauslösenden Stoffen. Und eine faserreiche Ernährung wirke sich gerade in jungen Jahren besonders positiv aus.

So einfach können wir mehr Ballaststoffe in die Ernährung einbauen

Zehn Gramm Ballaststoffe stecken in ungefähr einer Scheibe Vollkornbrot plus einer halben Paprika (Deutschland) bzw. Peperoni (Schweiz) plus einem Apfel. Also am besten Toastbrot und andere Weissmehlprodukte (Nudeln, Reis, Kekse) gegen Vollkornprodukte austauschen. Und natürlich die von Ernährungswissenschaftlern empfohlenen fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag seinen Kindern anbieten. 
Mango-Apfel-Katze

 

Wie mache ich gesundes Essen meinem Kind schmackhaft?

Der Haken: Elisa mag nicht besonders gern Obst und Gemüse. Ich versuche alles, es ihr schmackhaft zu machen. Mein Ziel liegt entsprechend nicht bei fünf Portionen, ich bin schon glücklich, wenn sie DREI isst. Denn während Brudi bei Bananen, Birnen und Brokkoli und immer "mehr, mehr" ruft, schiebt sie alles Gesunde beiseite oder lässt es auf dem Teller liegen. Was sie immerhin einigermassen akzeptiert, sind Nüsse, manchmal rohe Möhren, Apfelviertel bzw. getrocknete Apfelringe oder ein Mangoschnitz. Ausserdem mache ich ihr nachmittags einen Znüni bzw. Snack-Teller, auf dem ich Obst in lustiger Form anrichte und mit einer klitzekleinen Süssigkeit verziere. Davon isst sie dann immerhin den Grossteil des Obstes.
 

Dienstag, 2. Februar 2016

Meine Vierjährige ist plötzlich schulpflichtig - Kinderbetreuung in der Schweiz und in Deutschland



In Hamburg hatten wir zum Glück keine Schwierigkeiten eine Krippe für Elisa zu finden. Die Erzieherinnen waren liebevoll, die Ausstattung gut, das Essen Bio. Erst später wurde mir bewusst, dass die Hansestadt auch in der Finanzierung der Betreuung zwar top ist, in Sachen Betreuungsschlüssel jedoch ganz weit hinten liegt. So empfiehlt selbst die wirtschaftsnahe Bertelsmann-Stiftung, dass nicht mehr als drei unter Dreijährige auf einen Erzieher kommen. In Hamburg liegt die Quote offiziell bei 5,1. Die mir bekannten Einrichtungen haben jedoch mindestens 13 Kinder pro Gruppe mit zwei Erziehern. In einigen Krippen kommen sogar bis zu 16 unter Dreijährige auf zwei Erzieher. Und manchmal wird eine Erzieherin ja auch krank oder ist im Urlaub. Dann geht es fast nur noch um reine Versorgung. So wirbt auch die Kita von Elisa zwar mit tollen Angeboten wie Englisch, Schwimmen, Besuchen in der Kunsthalle und musikalischer Früherziehung. Vieles davon mag sinnvoll sein. Aber genügt es Zweijährigen nicht, wenn die Erzieher mit ihnen malen? Muss es eine studierte Kunstpädogogin sein? Vielleicht sollte das Geld lieber für eine Springer-Stelle in die Hand genommen werden, die zur Stelle ist, wenn jemand im Haus fehlt. Oder einfach mal zwei bis drei Kinder weniger in die Gruppe stecken. 

Schweizer Krippen: Höhere Kosten, höhere Qualität

So. Genug gemeckert. Immerhin müssen Hamburger Eltern in den letzten Jahren immer weniger für die Betreuung ausgeben. Seit August 2014 sind fünf Stunden pro Tag sogar umsonst. Wir kamen bei Elisa noch einige Monate in den Genuss der kostenlosen Betreuung und kauften nur die sechste Stunde dazu, damit ich nicht während Brudis Mittagsschlaf zur Kita eilen musste. Ganz anders im Kanton Zürich. In unserer neuen Kita kostet bereits ein einziger halber Tag 95 Franken – was beim derzeitigen Wechselkurs fast genau dem gleichen Betrag in Euro entspricht. Die Deutschen sind ja berüchtigt für ihr Gemecker über die hohen Preise in der Schweiz. Klar, mein Mann verdient erheblich mehr als in der alten Heimat. Aber während ich in Hamburg ca. 20 Prozent meines Nettogehalts für die Kinderbetreuung aufwenden musste, werden es hier mehr als zwei Drittel sein. Zum Vergleich: Ein 8-Stunden-Platz für fünf Tage kostet hier etwa 2300 Franken monatlich, in Deutschland um die 300 bis 400 Euro. Bei niedrigeren Gehältern gibt es zum Glück Subventionen. Doch wenn "Frau" wieder in den Job einsteigen will, liegt das Familieneinkommen schnell über der Höchstgrenze der Bezuschussungen, so dass sich der Zusatzerwerb finanziell kaum lohnt.
Allerdings ist hier die Qualität in den meisten Kitas höher als in Hamburg, da der Betreuungsschlüssel besser ist. In unserer Schweizer Krippe liegt er bei maximal zehn Kindern auf zwei Erzieher plus eine Lernende (meist sind jedoch nur sechs bis acht Kinder da). Wobei die Kinder zwischen null und fünf Jahren alt sind und Kinder unter 18 Monaten als Babys zählen und damit 1,5 Plätzen beanspruchen. Pro Gruppe dürfen auch nicht mehr als zwei „Babys“ sein (bei Elisa in Hamburg waren es 13!). So sind meist nur zwischen sechs und acht Kinder in einer Gruppe. Zudem werden die "Vorkindergartenkinder", also jene Kinder, die im nächsten Schuljahr in den Kindergarten kommen, aus allen drei Gruppen für mehrere Stunden täglich gemeinsam mit einem besonderen Angebot betreut. So langweilen sich die Drei- bis Fünfjährigen nicht mit den Kleinen und die jüngeren Kinder können ebenfalls altersangemessene Aktivitäten in einer ruhigen Kleingruppe machen. 
In Deutschland ist ja erst in letzter Zeit langsam die Diskussion aufgekommen, dass es nicht nur den Ausbau der Krippen, also um Quantität, sondern vor allem um Qualität geht. Und die ist hier im Vergleich zu Hamburg definitiv höher.
Glücklicherweise hatten wir auch in der Schweiz keine Probleme gleich einen Platz für Brudi zu finden. Während es vor zwei Jahren noch monatelange Wartelisten gab, buhlen jetzt die Kitas um die Kinder, denn in den letzten Jahren sind in unserem Ort zur städtischen Krippe drei weitere hinzugekommen.

Kita-Tage im Schweizer Rhythmus

Ein weiterer Unterschied besteht in den Teilzeitarbeits- bzw. Betreuungsmodellen: Während in Deutschland fast alle Kinder jeden Tag in die Kita gehen und die Eltern ihr Arbeitspensum z.B. auf fünf bis sieben Stunden täglich reduzieren, arbeitet man in der Schweiz generell an ganzen Tagen. Also 60 oder 80 Prozent - entsprechend an drei oder vier Tagen jeweils acht Stunden. Somit sind die Kinder dann z.B. am Dienstag, Mittwoch und Freitag in der Betreuung, wodurch sich meist neue Gruppenkonstellationen ergeben. Im Bekanntenkreis erzählten mir viele Mütter, dass es für ihre Kinder oft schwierig war sich an den Rhythmus zu gewöhnen, und sie jeden Tag aufs Neue fragten „ist heute Kita?“ Andererseits ist es sicherlich auch ganz schön, sich an einem Wochentag mal morgens nicht stressen zu müssen um pünktlich zur Arbeit bzw. zur Krippe zu kommen und mit seinem Kleinkind einen ganz normalen Alltag zu erleben. Die nicht ständige Verplantheit gehört ja auch zu einer schönen Kindheit.
Zwar gehen auch Schweizer Kinder, die nicht in einer Kita betreut werden, oft mit zwei oder drei Jahren ein bis zweimal die Woche für ein paar Stunden in eine Spielgruppe. An den anderen Tagen haben sie aber bis zum Kindergarteneintritt, der bei im Sommer geborenen Kindern erst mit fünf Jahren beginnen kann, „frei“.

Teure Kita, aber kostenloser Kindergarten

Für meine Tochter musste ich keine Kitagebühren mehr bezahlen. Denn der obligatorische Kindergarten ist in den zwei Jahren vor der Einschulung kostenlos. Ich hatte allerdings wirklich Glück, dass ich sie schon in den Kindergarten schicken durfte, weil sie nur wenige Tage vor dem Stichtag Geburtstag hatte. Dieser war im Jahr 2014 im Kanton Zürich der 15. Mai. (Das Datum verschiebt sich bis zum Schuljahr 2020/21 jeweils um einen halben Monat). Entsprechend sind bei der Einschulung in die Primarschule alle Kinder gut sechs Jahre alt, einige sogar schon sieben. Kein Vergleich mit Deutschland, wo manche Kinder schon mit fünfeinhalb die Schulbank drücken.
Deshalb war ich auch etwas verunsichert, ob meine Tochter nun als allerjüngste gut mit der neuen Situation und der fremden Sprache klarkommen würde. Wir – und vor allem Elisa – sind jedoch nach den ersten tränenreichen Eingewöhnungstagen sehr zufrieden mit dem „Chindsgi“. Es gibt einen festen Ablauf mit vielfältigen Möglichkeiten zum Freispiel sowie geführten Bastel-, Spiel- und und Sporteinheiten. Momentan üben die Kinder gerade Zaubertricks für eine Aufführung vor den Eltern. Ausserdem gehen die Gruppen bei so gut wie jedem Wetter täglich nach draussen. Elisa geht nun täglich von acht bis zwölf in den Chindsgi. (Eine grosse Umstellung für mich, da ich hier nun jeden Tag in der Küche stehen muss. In Hamburg hat sie stets in der Kita gegessen). Für die „Grossen“ im zweiten Kindergartenjahr gibt es zudem zweimal wöchentlich anderthalb Stunden Nachmittagsunterricht, in welchem erste Schwung- und Rechenübungen sowie Bastelaufgaben gemacht werden.
Elisa freut sich nun schon sehr auf die Schule. Und sie würde wahrscheinlich beleidigt sein, wenn ihre Berliner Freundin, die erst im Oktober sechs wird, dieses Jahr schon zur Schule kommt, und sie selbst noch ein Jahr länger warten müsste.

Hier habe ich noch zwei Links gefunden mit nützlichen Infos zum Kindergarten im Kanton Zürich sowie weiteren nützlichen Tipps zum Auswandern in die Schweiz http://www.auswandern-schweiz.org/


Blogparade - Meine schönsten Kindheitserinnerungen



Sarah von Mamaskind hat zu einer Blogparade zum Thema Kindheitserinnerungen aufgerufen. Meiner ersten. Erinnerungen an die Kindheit lösen in mir ein Gefühl von Sorglosigkeit und Geborgenheit aus. Ich habe aber auch konkrete Assoziationen: An unbeaufsichtigtes Streifen durch die Nachbarschaft; an meinen Papa, auf dessen Schultern ich jeden Abend ins Bett ritt und den ich ständig fragte, wieso Steffi Graf und Boris Becker nicht heirateten; daran, wie meine Mutter mehrere 10-Pfennig-Stücke zusammen kramte und dann ewig mit mir vor den drei Telefonzellen unseres Ferienortes anstand, um nach Hause zu telefonieren;  an den Duft der Salzwiesen auf Amrum genauso wie an das „Zum Fernseher gehen“ und Drücken der Taste 1, 2 oder 3 direkt am Gerät. Irgendwann, als ich ungefähr sechs war, bekamen wir in Hamburg übrigens als viertes Programm das DDR-Fernsehen dazu. Und ich sah fortan mit Begeisterung die Kinder-Turn-Sendung „Mach mit, mach’s nach, mach’s besser“. 
Heute fühle ich mich fast täglich im Zusammensein mit meiner Tochter an meine eigene Kindheit erinnert. Einerseits ist Elisa mit ihren fünf Jahren modisch viel weiter entwickelt als ich damals. Zum Beispiel zog ich bis zu meinem zwölften Lebensjahr die Klamotten an, die meine Mutter mir rausgelegt hatte. Ohne Murren. Bei uns gibt es dagegen täglich Diskussion, warum sie beispielsweise bei sieben Grad minus nicht ihr Lieblings-Sommerkleid mit hauchzarter Elsa-Strumpfhose anziehen darf. Neben der Eisprinzessin liebt sie übrigens auch Meerjungfrauen und Einhörner. Damit hatte ich in den 80er Jahren nun gar nichts zu tun. Aber Elisa beschäftigt sich genauso gern mit meinem alten Spielzeug. So hatten wir ihr zum fünften Geburtstag ein Haus mit Figuren der Marke Bärenwald geschenkt. Die Firma gibt es heute leider gar nicht mehr. 
Das Haus hat die letzten drei Jahrzehnte im Keller meiner Eltern zum Glück gut überstanden! Denn es muss ja nicht immer das neueste Markenzeug sein und andauernd nur konsumiert werden. Nun spielen wir beide oft mit diesen niedlichen Tierfiguren, und ich erinnere mich auch noch an die Namen, die ich jedem einzelnen Tier gegeben habe. Im Leben könnte ich mir nicht vorstellen, dass sie zum Beispiel dem Elefanten-Geschwisterpaar Eli und Ela andere Namen gibt.
Auch mein schönes Puppen-Porzellan-Geschirr benutzt sie gern oder spielt mit meiner Baby-Puppe, die sie jedoch von Kathrinchen auf Lilly umgetauft hat…
Vor einigen Tagen fühlte ich mich im ersten Eltern-Gespräch im Schweizer Kindergarten plötzlich in meine Grundschulzeit zurückversetzt. Denn die Lehrerin sagte, dass Elisa zwar oft die richtige Antwort wisse und gute Ideen habe, sich aber nur selten im Stuhlkreis melden würde. Sie müsse sie stets dazu ermuntern. Nun ja. Mich hat der Satz „… sollte sich mündlich stärker im Unterricht beteiligen“ fast durch die ganze Schulzeit begleitet. Zwar ist meine Tochter bei uns zu Haus mit ihren Freundinnen sehr aktiv und auch tonangebend, in der grösseren Gruppe im Kindergarten aber anscheinend immer zurückhaltend. Das muss wohl in den Genen liegen... Zum Glück habe ich seit der Oberstufe meine damalige Schüchternheit überwunden.

Ich wünsche mir für Elisa und Brudi, dass sie später, wenn sie an ihre Kindheit zurückdenken, ein ähnlich warmes Gefühl im Bauch haben, wie ich. Ich versuche ihnen Geborgenheit zu schenken. Und ihnen auch als Working Mum eine Kindheit zu ermöglichen, die nicht jeden Tag durchorganisiert ist von 8 bis 18 Uhr. Sondern ihnen auch Zeit lässt zum frei sein, zum Träumen, zum Langweilen. Und sie stark macht für die Welt da draussen.