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Während der Elternzeit als Redaktorin bin ich mit meinem Mann, meiner Tochter (ich nenne sie hier nach ihrem "Wunschnamen" Elisa, geb. Mai 2010) und meinem Sohn ("Brudi", so wurde er von seiner Schwester vor seiner Geburt genannt, geb. Juni 2014) von der Hansestadt an den Zürisee gezogen. Mittlerweile gehöre ich wieder zu den Working Moms und pendel mit den Kindern in den Ferien zwischen der Schweiz und Hamburg. Ich geniesse den Sommer in der Badi genauso wie am Nordseestrand, staune über die verschiedenen Kindergarten- und Kitamodelle und über meine Tochter, die schon nach kurzer Zeit perfekt Schweizerdeutsch spricht.

Dienstag, 2. Februar 2016

Blogparade - Meine schönsten Kindheitserinnerungen



Sarah von Mamaskind hat zu einer Blogparade zum Thema Kindheitserinnerungen aufgerufen. Meiner ersten. Erinnerungen an die Kindheit lösen in mir ein Gefühl von Sorglosigkeit und Geborgenheit aus. Ich habe aber auch konkrete Assoziationen: An unbeaufsichtigtes Streifen durch die Nachbarschaft; an meinen Papa, auf dessen Schultern ich jeden Abend ins Bett ritt und den ich ständig fragte, wieso Steffi Graf und Boris Becker nicht heirateten; daran, wie meine Mutter mehrere 10-Pfennig-Stücke zusammen kramte und dann ewig mit mir vor den drei Telefonzellen unseres Ferienortes anstand, um nach Hause zu telefonieren;  an den Duft der Salzwiesen auf Amrum genauso wie an das „Zum Fernseher gehen“ und Drücken der Taste 1, 2 oder 3 direkt am Gerät. Irgendwann, als ich ungefähr sechs war, bekamen wir in Hamburg übrigens als viertes Programm das DDR-Fernsehen dazu. Und ich sah fortan mit Begeisterung die Kinder-Turn-Sendung „Mach mit, mach’s nach, mach’s besser“. 
Heute fühle ich mich fast täglich im Zusammensein mit meiner Tochter an meine eigene Kindheit erinnert. Einerseits ist Elisa mit ihren fünf Jahren modisch viel weiter entwickelt als ich damals. Zum Beispiel zog ich bis zu meinem zwölften Lebensjahr die Klamotten an, die meine Mutter mir rausgelegt hatte. Ohne Murren. Bei uns gibt es dagegen täglich Diskussion, warum sie beispielsweise bei sieben Grad minus nicht ihr Lieblings-Sommerkleid mit hauchzarter Elsa-Strumpfhose anziehen darf. Neben der Eisprinzessin liebt sie übrigens auch Meerjungfrauen und Einhörner. Damit hatte ich in den 80er Jahren nun gar nichts zu tun. Aber Elisa beschäftigt sich genauso gern mit meinem alten Spielzeug. So hatten wir ihr zum fünften Geburtstag ein Haus mit Figuren der Marke Bärenwald geschenkt. Die Firma gibt es heute leider gar nicht mehr. 
Das Haus hat die letzten drei Jahrzehnte im Keller meiner Eltern zum Glück gut überstanden! Denn es muss ja nicht immer das neueste Markenzeug sein und andauernd nur konsumiert werden. Nun spielen wir beide oft mit diesen niedlichen Tierfiguren, und ich erinnere mich auch noch an die Namen, die ich jedem einzelnen Tier gegeben habe. Im Leben könnte ich mir nicht vorstellen, dass sie zum Beispiel dem Elefanten-Geschwisterpaar Eli und Ela andere Namen gibt.
Auch mein schönes Puppen-Porzellan-Geschirr benutzt sie gern oder spielt mit meiner Baby-Puppe, die sie jedoch von Kathrinchen auf Lilly umgetauft hat…
Vor einigen Tagen fühlte ich mich im ersten Eltern-Gespräch im Schweizer Kindergarten plötzlich in meine Grundschulzeit zurückversetzt. Denn die Lehrerin sagte, dass Elisa zwar oft die richtige Antwort wisse und gute Ideen habe, sich aber nur selten im Stuhlkreis melden würde. Sie müsse sie stets dazu ermuntern. Nun ja. Mich hat der Satz „… sollte sich mündlich stärker im Unterricht beteiligen“ fast durch die ganze Schulzeit begleitet. Zwar ist meine Tochter bei uns zu Haus mit ihren Freundinnen sehr aktiv und auch tonangebend, in der grösseren Gruppe im Kindergarten aber anscheinend immer zurückhaltend. Das muss wohl in den Genen liegen... Zum Glück habe ich seit der Oberstufe meine damalige Schüchternheit überwunden.

Ich wünsche mir für Elisa und Brudi, dass sie später, wenn sie an ihre Kindheit zurückdenken, ein ähnlich warmes Gefühl im Bauch haben, wie ich. Ich versuche ihnen Geborgenheit zu schenken. Und ihnen auch als Working Mum eine Kindheit zu ermöglichen, die nicht jeden Tag durchorganisiert ist von 8 bis 18 Uhr. Sondern ihnen auch Zeit lässt zum frei sein, zum Träumen, zum Langweilen. Und sie stark macht für die Welt da draussen.

Kommentare:

  1. Huhu,
    zuerst fällt mir auf, dass unsere Kinder nahezu gleich alt sind! Unsere Großen sind nur zwei Monate auseinander, die Kleinen im gleichen Monat geboren. Lustig! :)
    Vielen Dank für Deine tollen Beschreibungen! Vor allem, dass Du Deiner Tochter Dein Spielzeug vermacht hast, finde ich super. Genau ein Minimalismus-Gedanke, den ich verfolge - warum immer mehr kaufen? Somit dürfte Dir das Spielen auch mehr gefallen (als mir z. B. mit Autos *gähn*).
    Toller Beitrag!
    Liebe Grüße
    Sarah

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  2. Ja, das Spielen mit den Bärenwald-Figuren ist echt niedlich - für die Eiskönigin Elsa kann ich mich dagegen zum Beispiel weniger begeistern - es gibt also auch nicht so tolles Mädchen-Spielzeug ;)
    Dafür vermache ich meinem Sohn zum zweiten Geburtstag meine alte Brio-Eisenbahn :)

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