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Während der Elternzeit als Redaktorin bin ich mit meinem Mann, meiner Tochter (ich nenne sie hier nach ihrem "Wunschnamen" Elisa, geb. Mai 2010) und meinem Sohn ("Brudi", so wurde er von seiner Schwester vor seiner Geburt genannt, geb. Juni 2014) von der Hansestadt an den Zürisee gezogen. Mittlerweile gehöre ich wieder zu den Working Moms und pendel mit den Kindern in den Ferien zwischen der Schweiz und Hamburg. Ich geniesse den Sommer in der Badi genauso wie am Nordseestrand, staune über die verschiedenen Kindergarten- und Kitamodelle und über meine Tochter, die schon nach kurzer Zeit perfekt Schweizerdeutsch spricht.

Donnerstag, 11. Februar 2016

Polypen raus - ja oder nein?

"Die Polypen sind stark vergrössert und müssen raus. Am besten machen Sie gleich in der Tagesklinik einen Termin aus. Ich operiere Ihre Tochter dort auch selbst." Mit diesen Worten überraschte mich unser Hals-Nasen-Ohren-Arzt nach der Untersuchung der damals dreijährigen Elisa. Wir hatten ihn aufgesucht, weil sie Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und etwas Fieber hatte.

Besonders kleine Kinder haben häufig Polypen  

Nun kommen vergrösserte Rachenmandeln - umgangssprachlich Polypen genannt - besonders bei zwei- bis sechsjährigen Kindern häufig vor. Der Grund: Das Gewebe des sogenannten lymphatischen Rachenrings, dieser besteht aus den Rachen- und Gaumenmandeln, ist gerade in jungen Jahren sehr aktiv und rund um die Uhr mit der Bildung von Antikörpern gegen Krankheitserregern beschäftigt. Sind die Rachenmandeln allerdings stark vergrössert, kann dies die Atmung behindern, zum Schnarchen führen und dadurch den Schlaf stören. Auch vermehrte Mittelohrentzündungen können die Folge sein.
Ich fühlte mich jedoch durch den Mediziner ziemlich überrumpelt. Elisa war weder besonders häufig krank noch schnarchte sie. Zur Sicherheit machte ich einen Termin bei einer anderen HNO-Ärztin aus. Sie befand: "Die Rachenmandeln sind zwar vergrössert. Es reicht jedoch, wenn wir sie erst einmal weiter beobachten. Es geht ihr ja sonst soweit gut". Das haben wir gemacht. Und nun, zwei Jahre später, bin ich glücklich über die damalige Entscheidung, meine Tochter nicht vorschnell operieren zu lassen.

Was sagt die Wissenschaft?

Auch eine Studie an 111 niederländischen Kindern stellt feste, dass selbst bei häufigen Atemwegserkrankungen eine OP keinen Vorteil bringen muss. Hierzu wurden Kinder mit vergrösserten Rachenmandeln und wiederholten Infekten entweder operiert oder medikamentös behandelt und über zwei Jahre beobachtet. Das Ergebnis: Die Kinder, die nur mit Medikamenten behandelt wurden, erkrankten nicht öfter als jene, denen die Polypen zuvor entfernt wurden.

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