Über mich

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Während der Elternzeit als Redaktorin bin ich mit meinem Mann, meiner Tochter (ich nenne sie hier nach ihrem "Wunschnamen" Elisa, geb. Mai 2010) und meinem Sohn ("Brudi", so wurde er von seiner Schwester vor seiner Geburt genannt, geb. Juni 2014) von der Hansestadt an den Zürisee gezogen. Mittlerweile gehöre ich wieder zu den Working Moms und pendel mit den Kindern in den Ferien zwischen der Schweiz und Hamburg. Ich geniesse den Sommer in der Badi genauso wie am Nordseestrand, staune über die verschiedenen Kindergarten- und Kitamodelle und über meine Tochter, die schon nach kurzer Zeit perfekt Schweizerdeutsch spricht.

Freitag, 25. März 2016

Ausflüge mit Kindern in der Region Zürich

Nachdem ich vor einigen Wochen schon über meine Lieblings-Ausflugsziele in Hamburg geschrieben habe, geht es heute um Freizeittipps für Familien in Zürich.
Ein extrem langes Osterwochenende liegt vor uns. Denn Elisa hatte zusätzlich zum Karfreitag und Ostermontag auch den Mittwoch und Donnerstag vorher frei. Für diese Tage haben wir uns unsere Lieblings-Ausflugsziele in Zürich vorgenommen:

Bächlihof Jona

Auf den Strohballen toben, in der Matschgrube baggern, Ziegen streicheln oder hofeigene Köstlichkeiten kaufen - der Bächlihof Jona bei Rapperswil ist bei jedem Wetter einen Ausflug wert.





Besonders eindrucksvoll: Im Herbst gibt es aus Kürbissen gemachte Kunstwerke zu bestaunen, im Winter/Frühjahr Erlebniswelten aus Stroh!

http://www.juckerfarm.ch/erlebnishoefe/baechlihof

 

Wildnispark Zürich

Der mit 80 Hektar flächenmässig grösster Wildpark der Schweiz liegt in Langnau am Albis. Es gibt verschiedene Wanderstrecken, die man unternehmen kann und die jeweils an anderen Tiergehegen vorbei führen. Allerdings liegt in diesem Wildpark nicht Gehege an Gehege. Zwischendrin gibt es jede Menge Wald und Wildnis. Elisa und Brudi lieben es, durch das Gehölz zu toben, Stöcke zu sammeln oder auf Baumstämmen zu balancieren.
Von den Tieren mögen sie besonders die Przewalski-Pferde, Elche, Braunbären und Wildschweine. Die Murmeltiere haben wir bislang leider noch nie gesehen.

Der Eintritt ist kostenlos, für die Parkgebühr zahlt man jedoch zehn Franken.
www.wildnispark.ch



Freizeitanlage Wädenswil


Die Freizeitanlage bietet ein tolles Kreativ-Angebot für Kids ab Kindergarten-Alter - und für die Eltern und kleineren Geschwister ein nettes Café mit super Spielecke.
Mittwochs geht Elisa gern - ohne Anmeldung - in den Eisenbahnwaggon, um dort unter Anleitung jedes Mal ein anderes Kunstwerk zu basteln. Währenddessen gehe ich mit Brudi auf dem angrenzenden Spielplatz, ins Café oder erledige Besorgungen in der Stadt.
Für Schulkinder werden Kurse wie Holzwerkstatt, Malen, Töpfern, Backen, Glasatelier und noch viel mehr angeboten. Ausserdem gibt es spezielle Events wie Flohmärkte, Brunch oder Chasperlitheater.
www.freizeitanlage-waedi.ch/


Kinderzoo Knie

Klein, aber fein - das trifft es hier wirklich. Wir Hamburger sind ja extrem verwöhnt von Hagenbeck's Tierpark. So kann auch der Rapperswiler Zoo nicht durch Artenvielfalt bestechen, sondern vielmehr durch die besonderen Aktivitäten für Kinder. Die Kleinen können auf Kamelen, Elefanten oder Ponys reiten, Kamele füttern oder mit der Rösslitram fahren. Und zwischendurch auf dem spannenden Spielplatz toben. Ausserdem gibt es auch noch eine Seelöwen-Vorführung, wie ich es nur noch aus meiner frühen Kindheit auch aus Deutschland kenne. Elisa und Brudi machte sie viel Spass, mir  - auch aus Tierschutzgründen - eher weniger.
Eintritt: Kinder ab 4 Jahren 6 Franken. Erwachsene 19 Franken.

http://www.knieskinderzoo.ch/

NONAM - Nordamerika Native Museum

Dieses kleine Museum bietet spannende Einblicke in die Welt der Indianer und Inuit. Besonders gefallen hat Elisa dabei, dass sie in der Kinderwerkstatt ein indianisches Klangholz bemalen und mit nach Hause nehmen konnte.
Eintritt: Erwachsene 12 Franken, Kinder 6-16 J. 6 Franken

 

Park im Grüene

Einen malerischen Ausblick auf den Zürisee hat man vom Park im Grüene in Rüschlikon. Und nicht nur das: Die grosse Wiese bietet viel Platz für ein Picknick oder zum Ballspielen. Und während die Eltern den Heilkräutergarten erkunden oder inspizieren die Kleinen den tollen Spielplatz.
Darüber hinaus gibt es Mittwochs und Sonntags kostenloses Chasperlitheater sowie Bähnlifahrten (1 Fr.) und Eselreiten (1 Fr.).

http://www.parkimgruene.ch

Ausserdem stehen noch folgende Ziele auf unserer Liste: 

Zoo Zürich  386 Tierarten aus sechs Kontinenten.

Kulturama Das Museum vermittelt spannendes Wissen über den Menschen mit einer grossen Auswahl an Angeboten speziell für Kinder. 

Botanischer Garten Genug vom grauen Schmuddelwetter? In den Tropenhäusern des Botanischen Gartens kann man herrlich dem Regen entfliehen oder bei Sonnenschein einen Spaziergang im 53.000 qm grossen Garten geniessen.


Donnerstag, 24. März 2016

Gibt's den Osterhasen wirklich?

Nur noch acht Tage bis Ostern. Elisa fragt jeden Tag, wie oft sie noch schlafen muss.
Als ich Kind war, kamen ergänzend zu den Adventskalendern sogar Oster-Schoko-Kalender in die Läden, um die Wartezeit zu versüssen. Aber diese sind inzwischen anscheinend wieder aus den Supermarkt-Regalen verschwunden. Wir zählen deshalb mit "Schnüpperle - 24 Ostergeschichten" die Tage. Das Buch stammt ebenfalls noch aus meinen Kindertagen und kam 1984, einige Jahre nach der Weihnachtsversion, in den Buchhandel (Verlag cbj, empfohlen ab 6 Jahren). In den Vorjahren gefielen Elisa die Schnüpperle-Bücher noch nicht so gut, weil auf etwa vier Seiten Text nur ein Bild kommt, aber mittlerweile hat sie als Fünfjährige grosse Freude am Zuhören.

Jedes Häschen nimmt gewandt, einen Pinsel in die Hand

Auf welches Buch ich mich ausserdem jedes Jahr zur Osterzeit wieder freue: Die Häschenschule (esslinger Alfred Hahn's Verlag). Schon als Kind habe ich die Verse geliebt. Nun haben wir im letzten Jahr den grossen Sammel-Band mit drei Geschichten erworben. Geschrieben wurde die Häschenschule im Jahr 1922 von Albert Sixtus. Elisa liebt die Reime genauso wie ich:

Nun beginnt die erste Stunde, 
Häschen haben Pflanzenkunde.
Eh' sie eine Antwort geben,
müssen sie die Pfötchen heben.



Warum feiern wir eigentlich Ostern?

Da es an Ostern ja nicht nur ums Eier-Suchen geht, sondern mir wichtig ist, dass die Kinder auch erfahren, wieso wir überhaupt dieses Kirchenfest feiern, habe ich für Elisa noch "Die Geschichte von Ostern" (Verlag Herder) vor einem Jahr gekauft. Das Buch ist empfohlen für Kinder von zwei bis vier Jahren und besteht aus entsprechend dicken Papp-Seiten. Deshalb war ich mir nicht sicher, ob sie vielleicht schnell zu gross dafür sein würde. Doch ich meine, dass zwei- und dreijährige Kinder damit eher noch überfordert sind, und es stattdessen sogar noch für Sechs- und Siebenjährige geeignet ist. 

Auf einmal kamen Soldaten in den Garten.(...). Sie behandelten ihn wie einen Verbrecher. Auf einem Hügel vor der Stadt starb Jesus am Kreuz. 

Daraus ergaben sich bei Elisa nämlich Fragen, was Soldaten überhaupt sind. Ob es die auch hier und heute noch gibt und ob die immer noch böse sind. Und was ist eigentlich ein Verbrecher? Und wie funktioniert das mit dem Kreuz?
Das Buch haben wir seit dem letzten Jahr schon häufiger gelesen. Als ich sie nun neulich fragte, warum wir eigentlich Ostern feiern, war die kurze und knappe Antwort: "Abgenagelt". So kann man es auch beschreiben.
Mit Brudi schauen wir übrigens verschiedene Osterhasen-Bücher mit Klappen ab zwei Jahren an. Mit der "Geschichte von Ostern" wäre er mit knapp zwei Jahren natürlich erheblich überfordert. 

Hat der Osterhase auch eine Frau?

Übrigens glaubt Elisa noch an den Osterhasen. Ich weiss noch, dass ich mit fünf begriff, dass es ihn oder den Weihnachtsmann nicht wirklich gibt. Aber immerhin stellt sie auch immer wieder kritische Fragen:
- Wie kann denn ein nicht so schlauer Hase solche Verstecke finden?
- Wie kommt der Hase denn in die Wohnung, wenn es regnet, um die Eier zu verstecken?
- Wo wohnt der Osterhase?
- Gibt es mehrere Osterhasen?

Gar nicht so einfach, ihr die Fragen zu beantworten. Ich sage dann manchmal, vielleicht ist es ein spezieller Hase oder dass ich es auch nicht weiss. Wenn sie allerdings konkret fragen würde, ob es ihn überhaupt gibt, würde ich ihr schon die Wahrheit sagen. Ansonsten spätestens im nächsten Jahr. Denn dann ist sie in der Schule. Und ich möchte auch nicht, dass sie von ihren Mitschülern gehänselt wird, weil sie noch daran glaubt. Da aber auch die meisten ihrer Freundinnen noch an den Osterhasen glauben und auch die Kindergärtnerin den Kindern Fragen stellt à la "Was muss ein Osterhase alles können?" lasse ich ihr jetzt noch die kindliche Freude, die sie daran hat.


Bunte Eier auch an Weihnachten

Letztes Jahr war Ostern ja im April. Als ich im Mai in den Schweizer Geschäften immer noch gefärbte hartgekochte Eier vorfand, fing ich an, mich zu wundern. Warum werfen die die Eier nicht endlich weg? Es wurde Sommer, Herbst und Weihnachten. Und die Eier waren immer noch da. Ich fragte schliesslich eine Freundin, wieso es in der Schweiz das ganze Jahr über bunte Eier gibt. Sie sagte, dass man die Einfärbung zur Unterscheidung zwischen hartgekochten und rohen Eiern dient. Achso.

Ein weiterer Unterschied zwischen unserer alten Heimat und der Schweiz: Früher sind wir am Ostersamstag abends oft an den Elbstrand gefahren, wo es viele grosse Osterfeuer gab. In einigen Stadtteilen gibt es auch spezielle Feuer für Kinder, die schon am Nachmittag stattfinden. Mal schauen, was wir hier Schönes machen werden.


Und wie macht ihr das? Wie lange haben eure Kinder an den Osterhasen geglaubt? Habt ihr einen besonders schönen Osterbrauch?






Samstag, 12. März 2016

Flugzeug oder Bahn - wie reisen Kinder und Eltern am besten?


Reisen mit der Bahn kann herrlich entspannt sein. Mein Mann trägt meinen schweren Koffer plus den Kinderwagen in den Zug und verstaut alles im Abteil, während ich die Kinder auf ihre Plätze setze. Jeder von uns gibt dem Papa zum Abschied einen Kuss. Dann winken wir drei aus dem Fenster, bis er nicht mehr zu sehen ist. Elisa malt anschliessend, während Brudi mit den anderen Kindern durch das Familienabteil springt und ich mich mit deren Eltern unterhalte oder Zeitung lese. Soweit meine romantische Vorstellung. Die Realität sah beim letzten Mal leider anders aus.

Was machen denn Kinderwagen im Kinderwaggon?

Der Zug hatte am Frankfurter Hauptbahnhof immerhin nur fünf Minuten Verspätung. Auch der Andrang beim Einsteigen schien normal. Also ging ich mit Brudi, Elisa und Elisas Trolley, den sie zwar allein ziehen, aber nicht in die Bahn heben kann, vorweg und wollte unser Abteil suchen. Doch schon im Gang gab es einen Riesen Stau. Das Problem: Im speziell ausgezeichneten Familienwagen hatte jede Familie eben auch einen Kinderwagen dabei. Und wenn so ein Gefährt im Gang steht, kommen die nachfolgenden Reisenden eben kaum noch vorbei, schon gar nicht, wenn sie selbst einen Kinderwagen dabei haben. 

Das letzte, was ich von meinem Mann hörte, war also nicht ein liebevolles "Bis bald. Ich kann kaum erwarten, euch in einer Woche wiederzusehen." Stattdessen hörte ich nur ein weit entferntes Fluchen und ein "Ich muss schnell wieder aussteigen!" Unser Buggy parkte dann auch auf halber Strecke im Weg mitsamt meinem Koffer. Immerhin hatten wir das reservierte Kleinkindabteil schon fast erreicht. Die Familie vor uns wollte ebenfalls dort hinein. Doch drinnen hatten es sich schon mehrere Erwachsene bequem gemacht. "Alle bitte rausjagen", rief ich der Mutter vor mir zu. Hinter mir schimpften währenddessen die anderen Leute, die nicht weiterkamen. 

Als wir endlich im Abteil waren, und ich die Kinder auf ihre Plätze gesetzt hatte, holte ich den grossen Koffer und den Buggy. Der andere Vater versuchte indes, seinen Wagen in seine Einzelteile zu zerlegen, und dessen Aufsatz auf der Gepäckablage zu verstauen. Das Unterteil stand weiterhin draussen auf dem (Flucht-)weg. Und nun zu unserem Buggy. Er lässt sich zusammenklappen, so dass ich ihn halb unter die Sitze, halb unter meine Beine legen konnte. Zum Glück hatte ich Brudi auch einen eigenen Platz reserviert und ihn nicht auf meinen Schoss genommen. Denn eine einzige weitere Person in unserem Abteil, und wir wären alle durchgedreht. So ein Wagenabschnitt mit mehreren Kleinkindabteilen ist zwar eine tolle Idee, doch wenn der Abstellplatz für die Kinderwagen vergessen wurde, artet es alles in grösseren Stress aus als im normalen Waggon. 

Ein Vorteil des Zuges gegenüber dem Flugzeug oder Auto ist allerdings, dass sich die Kinder zwischendurch besser bewegen können - auch wenn die Reisedauer natürlich erheblich länger ist. Vom Schaffner bekommen die Kids zudem eine eigene Spiel-Fahrkarte, die sie im Bordrestaurant gegen eine kleine Box mit einem Mini-ICE und Mal- und Rätselheften einlösen kann. 

Günstige Bahnfahrt - teures Fliegen. Und Schweizer zahlen drauf

Auch preislich ist die Bahn meist erheblich günstiger als das Flugzeug: Selbst ohne Bahncard kann man kostengünstige Tickets bekommen, sofern man einige Wochen im Voraus bucht. Ich zahle häufig für die Strecke Frankfurt - Hamburg 40 bis 50 Euro für die ganze Familie. Plus neun Euro für die Sitzplatzreservierung für uns drei.

Das ist auch der Grund, warum ich grundsätzlich nach Hamburg mit der Bahn fahre und nicht fliege, auch wenn letzteres erheblich zeitsparender wäre. Denn: Die Flüge aus der Schweiz nach Deutschland sind extrem teuer. Für eine günstigste Verbindung zahlen wir - selbst wenn wir weit im Voraus buchen - mit einem Erwachsenen, einem Kind und einem Baby unter zwei Jahren bereits um die 580 Franken (ca. 530 Euro). Und im Juni wird Brudi zwei und zahlt damit fast den vollen Tarif. Ungerechterweise kostet die Strecke andersherum, also Hamburg - Zürich - Hamburg, an den gleichen Tagen bei Lufthansa/Swiss/German Wings nur um die 320 Euro. Da die Schweizer eh im Hochpreisland leben, dürfen sie wohl auch beim Fliegen kräftig draufzahlen. Unsere Lösung:

Die Anreise mit Auto und Bahn. Da die Schwiegereltern und Freunde von uns praktischerweise in Frankfurt/Main leben, fahren wir zu viert mit dem PKW von Zürich nach Frankfurt. Los geht es meist am Vormittag, so dass Brudi seinen anderthalbstündigen Mittagsschlaf machen kann, und die Fahrt dadurch für ihn nicht so lang wird. Nach der Übernachtung bei der Familie oder Freunden geht es dann am nächsten Morgen mit der Bahn weiter. Mein Mann fährt nach dem Wochenende meist zurück zum Arbeiten in die Schweiz. Zum Glück ist nicht jede Bahnfahrt so anstrengend wie die oben geschilderte. Die Rückreise machen wir übrigens per Flugzeug. Denn die Flüge ab Hamburg sind, wie ja schon erwähnt, erheblich günstiger als ab Zürich, in etwa 120 Euro für uns drei.  

Sicherlich ist es sinnvoll, auch für Kinder unter zwei Jahren einen eigenen Sitzplatz im Flieger zu buchen und einen Kindersitz mitzubringen. Kurioserweise habe ich dies bisher auf keinem meiner Flüge bei anderen Familien gesehen. Ich weiss auch nicht, wie ich diesen Sitz mitführen könnte, wenn ich mich am Gepäckband schon mit Buggy und zwei Koffern (Elisa zieht ihren ja zum Glück selbst) an der Grenze zur Überforderung befinde. Leider bieten die Airlines ja keine Sitzerhöhung zur Miete an...

So geht die Strecke wie im Flug vorbei

Auch wenn das Boden-Personal beim Boarding oft Familien mit Kindern zuerst aufruft, steige ich grundsätzlich eher spät ins Flugzeug ein. Jede Minute, die die Kids sich frei bewegen können, zählt und senkt den Stresspegel. Den Buggy nehme ich immer bis zur Flugzeugtür mit - was immerhin den Transport des Handgepäcks auf dem Flughafen erleichtert. Im Flieger habe ich für Start und Landung immer Frucht-Quetschies dabei. Denn durch das Schlucken wird der Druckausgleich im Ohr, den Kinder noch nicht selbst beherrschen, hergestellt. Für Elisa gibt es auch mal Kaugummis. 

Wenn wir Glück haben, verteilt die Flugbegleiterin noch Rätsel- oder Malhefte. Letztes Mal gab es ein Schaumstoff-Puzzle, an dem beide Kids Freude hatten. Oft kennt Elisa aber bereits alle Give-Aways. Deshalb habe ich für sie immer noch eine Kinder-Zeitschrift dabei. Auf diesen klebt ja oft ein billiges Plastik-Spielzeug, was für eine gute Stunde Flugzeit aber für beide recht spannend sein kann. Letztes Mal war es ein "Schnapp-Dinosaurier", mit dem Elisa nicht nur ihren Bruder, sondern auch den Jungen in der Reihe hinter uns bespasst hat. Nur die Security hatte so ihre Probleme mit diesen noch nie vorher gesehenen "Werkzeug". Immerhin sah es ziemlich gefährlich aus und könnte den Piloten ja ins Ohr schnappen. Nach eingehender Untersuchung und flehenden Kinderaugen durfte der Dino dann doch mit an Bord. 








Sonntag, 6. März 2016

Arztbesuche mit Hindernissen



Etwa achtmal pro Jahr leiden Kleinkinder durchschnittlich im Jahr an einer Erkältung. Da haben wir wirklich Glück gehabt. Denn Brudi kam seit Februar letzten Jahres auf einmal vier Tage plus einem weiteren Tag, an dem er schlapp auf dem Sofa lag. Elisa war seit Kindergartenbeginn in der Schweiz vor einem Jahr noch kein einziges Mal krank. Da ich die Gunst des Schicksals kaum fassen konnte, erwartete ich seit Ende Februar quasi schon den Zusammenbruch ihres Immunsystems. Besonders, da fast alle anderen Kinder ihrer Kindergarten-Gruppe von einem Infekt niedergestreckt worden sind. Hoffentlich nur nicht in den Skiferien! Doch genauso sollte es kommen. Am Tag vier des Skiunterrichts, der ihr glücklicherweise viel Spass machte, klagte Elisa morgens über Bauchweh. Da sie kein Fieber hatte, nahm ich an, dass ein wenig Bewegung auf der Piste ihren Darm in Schwung und sie ablenken würden.


Krank auf der Ski-Piste

Falsch gedacht. Schon nach drei Abfahrten konnte sie nicht mehr. Elisa hatte immer stärkere Bauchschmerzen. Und als wir uns auf den Weg zum Auto machten, musste sie erbrechen. Da stand ich nun mit meiner kranken Tochter mitten im Skigebiet, gut 40 Minuten Fahrzeit von zuhause entfernt. Ich rief gleich unseren Kinderarzt an. Er könnte uns später leider nicht drannehmen, da alle Termine schon mehrfach belegt wären. Ich sollte den diensthabenden Kollegen über den Notfalldienst der Kinderärzte linkes Züriseeufer anrufen 0900 57 57 57. Doch bevor ich dies tat, wollte ich mein Glück noch bei einem Kinderarzt versuchen, dessen Praxis nur etwa eine Viertelstunde vom Skigebiet entfernt auf unserem Heimweg lag. Leider wies man mich auch hier ab, da sie ebenfalls überfüllt wären. Sie hätten uns nur drannehmen können, wenn wir als Urlauber in den Skiferien hier wären.

Im Notfall kann es teuer werden

Also musste ich doch die Notfall-Nummer wählen. Dort begrüsste mich eine automatische Ansage: "Dieser Service kostet Sie drei Franken (knapp drei Euro) pro Minute. Wenn Sie damit einverstanden sind, bleiben Sie in der Leitung." Nicht wenig. Aber was blieb mir anderes übrig. Es meldete sich die Arzthelferin einer Praxis, dessen Namen ich leider nicht verstand. Sie meinte, sie sei gleich für mich da. Nichts passierte. Sollte ich nach drei Minuten auflegen? Dann wäre das Warten und entsprechend die Gebühr umsonst gewesen. Ich wartete also weiter. Doch nach mehr als fünf Minuten - entsprechend 18 Franken - gab ich auf. Ich wählte erneut die Nummer. "... legen Sie nicht auf." Ich blieb in der Leitung. Und wurde hinaus geworfen! Wieder drei Franken für nichts. Anruf Nummer 3. Dieses Mal bat ich die Arzthelferin gleich darum, mich in der Leitung zu lassen. Insgesamt hat mich das Telefonieren also um die 35 Franken gekostet. Ich vereinbarte einen Termin noch für den gleichen Vormittag. Glücklicherweise befand sich die Praxis im Nachbarort unseres Dorfes. Der Arzt gab uns ein starkes Abführmittel mit, da meine nächtlichen Versuche mit Kleinkind-Laxativum keine Wirkung gebracht hatten. Am nächsten Tag war Elisa wieder fit.

Krank in Hamburg

Genau eine Woche später - wir waren während der zweiten Woche der Skiferien bei meiner Mutter in Hamburg - erwischte es leider Brudi. Er hatte in der Nacht von Donnerstag auf Freitag einen leichten Pseudo-Krupp-Anfall. Und da ich keine Medikamente hierfür dabei hatte, und das Wochenende bevor stand, rief ich beim Kinderarzt an. Dieses Mal bekam ich immerhin problemlos einen Termin. Doch als ich in der Praxis eintraf, konnte ich - erwartungsgemäss - nicht mit der Schweizer Krankenkassen-Karte bezahlen. Doch leider akzeptierte der Arzt auch keine EC- oder Kreditkarte. Also musste ich noch vor der Behandlung den fiebernden Brudi wieder ins Auto setzen und nach Hause zurückfahren, um Geld zu holen. Die Kinderärztin gab mir anschliessend Kortison-Zäpfchen für den Notfall mit. Zum Glück musste ich sie nicht anwenden, da Brudi in der Nacht nur noch leicht hustete. Trotzdem hoffe ich, dass ich jetzt erstmal durch bin mit den Arztbesuchen und das nächste Mal erst im Mai zur Vorsorge eine Praxis aufsuchen muss.