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Während der Elternzeit als Redaktorin bin ich mit meinem Mann, meiner Tochter (ich nenne sie hier nach ihrem "Wunschnamen" Elisa, geb. Mai 2010) und meinem Sohn ("Brudi", so wurde er von seiner Schwester vor seiner Geburt genannt, geb. Juni 2014) von der Hansestadt an den Zürisee gezogen. Mittlerweile gehöre ich wieder zu den Working Moms und pendel mit den Kindern in den Ferien zwischen der Schweiz und Hamburg. Ich geniesse den Sommer in der Badi genauso wie am Nordseestrand, staune über die verschiedenen Kindergarten- und Kitamodelle und über meine Tochter, die schon nach kurzer Zeit perfekt Schweizerdeutsch spricht.

Sonntag, 6. März 2016

Arztbesuche mit Hindernissen



Etwa achtmal pro Jahr leiden Kleinkinder durchschnittlich im Jahr an einer Erkältung. Da haben wir wirklich Glück gehabt. Denn Brudi kam seit Februar letzten Jahres auf einmal vier Tage plus einem weiteren Tag, an dem er schlapp auf dem Sofa lag. Elisa war seit Kindergartenbeginn in der Schweiz vor einem Jahr noch kein einziges Mal krank. Da ich die Gunst des Schicksals kaum fassen konnte, erwartete ich seit Ende Februar quasi schon den Zusammenbruch ihres Immunsystems. Besonders, da fast alle anderen Kinder ihrer Kindergarten-Gruppe von einem Infekt niedergestreckt worden sind. Hoffentlich nur nicht in den Skiferien! Doch genauso sollte es kommen. Am Tag vier des Skiunterrichts, der ihr glücklicherweise viel Spass machte, klagte Elisa morgens über Bauchweh. Da sie kein Fieber hatte, nahm ich an, dass ein wenig Bewegung auf der Piste ihren Darm in Schwung und sie ablenken würden.


Krank auf der Ski-Piste

Falsch gedacht. Schon nach drei Abfahrten konnte sie nicht mehr. Elisa hatte immer stärkere Bauchschmerzen. Und als wir uns auf den Weg zum Auto machten, musste sie erbrechen. Da stand ich nun mit meiner kranken Tochter mitten im Skigebiet, gut 40 Minuten Fahrzeit von zuhause entfernt. Ich rief gleich unseren Kinderarzt an. Er könnte uns später leider nicht drannehmen, da alle Termine schon mehrfach belegt wären. Ich sollte den diensthabenden Kollegen über den Notfalldienst der Kinderärzte linkes Züriseeufer anrufen 0900 57 57 57. Doch bevor ich dies tat, wollte ich mein Glück noch bei einem Kinderarzt versuchen, dessen Praxis nur etwa eine Viertelstunde vom Skigebiet entfernt auf unserem Heimweg lag. Leider wies man mich auch hier ab, da sie ebenfalls überfüllt wären. Sie hätten uns nur drannehmen können, wenn wir als Urlauber in den Skiferien hier wären.

Im Notfall kann es teuer werden

Also musste ich doch die Notfall-Nummer wählen. Dort begrüsste mich eine automatische Ansage: "Dieser Service kostet Sie drei Franken (knapp drei Euro) pro Minute. Wenn Sie damit einverstanden sind, bleiben Sie in der Leitung." Nicht wenig. Aber was blieb mir anderes übrig. Es meldete sich die Arzthelferin einer Praxis, dessen Namen ich leider nicht verstand. Sie meinte, sie sei gleich für mich da. Nichts passierte. Sollte ich nach drei Minuten auflegen? Dann wäre das Warten und entsprechend die Gebühr umsonst gewesen. Ich wartete also weiter. Doch nach mehr als fünf Minuten - entsprechend 18 Franken - gab ich auf. Ich wählte erneut die Nummer. "... legen Sie nicht auf." Ich blieb in der Leitung. Und wurde hinaus geworfen! Wieder drei Franken für nichts. Anruf Nummer 3. Dieses Mal bat ich die Arzthelferin gleich darum, mich in der Leitung zu lassen. Insgesamt hat mich das Telefonieren also um die 35 Franken gekostet. Ich vereinbarte einen Termin noch für den gleichen Vormittag. Glücklicherweise befand sich die Praxis im Nachbarort unseres Dorfes. Der Arzt gab uns ein starkes Abführmittel mit, da meine nächtlichen Versuche mit Kleinkind-Laxativum keine Wirkung gebracht hatten. Am nächsten Tag war Elisa wieder fit.

Krank in Hamburg

Genau eine Woche später - wir waren während der zweiten Woche der Skiferien bei meiner Mutter in Hamburg - erwischte es leider Brudi. Er hatte in der Nacht von Donnerstag auf Freitag einen leichten Pseudo-Krupp-Anfall. Und da ich keine Medikamente hierfür dabei hatte, und das Wochenende bevor stand, rief ich beim Kinderarzt an. Dieses Mal bekam ich immerhin problemlos einen Termin. Doch als ich in der Praxis eintraf, konnte ich - erwartungsgemäss - nicht mit der Schweizer Krankenkassen-Karte bezahlen. Doch leider akzeptierte der Arzt auch keine EC- oder Kreditkarte. Also musste ich noch vor der Behandlung den fiebernden Brudi wieder ins Auto setzen und nach Hause zurückfahren, um Geld zu holen. Die Kinderärztin gab mir anschliessend Kortison-Zäpfchen für den Notfall mit. Zum Glück musste ich sie nicht anwenden, da Brudi in der Nacht nur noch leicht hustete. Trotzdem hoffe ich, dass ich jetzt erstmal durch bin mit den Arztbesuchen und das nächste Mal erst im Mai zur Vorsorge eine Praxis aufsuchen muss.

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