Über mich

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Während der Elternzeit als Redaktorin bin ich mit meinem Mann, meiner Tochter (ich nenne sie hier nach ihrem "Wunschnamen" Elisa, geb. Mai 2010) und meinem Sohn ("Brudi", so wurde er von seiner Schwester vor seiner Geburt genannt, geb. Juni 2014) von der Hansestadt an den Zürisee gezogen. Mittlerweile gehöre ich wieder zu den Working Moms und pendel mit den Kindern in den Ferien zwischen der Schweiz und Hamburg. Ich geniesse den Sommer in der Badi genauso wie am Nordseestrand, staune über die verschiedenen Kindergarten- und Kitamodelle und über meine Tochter, die schon nach kurzer Zeit perfekt Schweizerdeutsch spricht.

Samstag, 12. März 2016

Flugzeug oder Bahn - wie reisen Kinder und Eltern am besten?


Reisen mit der Bahn kann herrlich entspannt sein. Mein Mann trägt meinen schweren Koffer plus den Kinderwagen in den Zug und verstaut alles im Abteil, während ich die Kinder auf ihre Plätze setze. Jeder von uns gibt dem Papa zum Abschied einen Kuss. Dann winken wir drei aus dem Fenster, bis er nicht mehr zu sehen ist. Elisa malt anschliessend, während Brudi mit den anderen Kindern durch das Familienabteil springt und ich mich mit deren Eltern unterhalte oder Zeitung lese. Soweit meine romantische Vorstellung. Die Realität sah beim letzten Mal leider anders aus.

Was machen denn Kinderwagen im Kinderwaggon?

Der Zug hatte am Frankfurter Hauptbahnhof immerhin nur fünf Minuten Verspätung. Auch der Andrang beim Einsteigen schien normal. Also ging ich mit Brudi, Elisa und Elisas Trolley, den sie zwar allein ziehen, aber nicht in die Bahn heben kann, vorweg und wollte unser Abteil suchen. Doch schon im Gang gab es einen Riesen Stau. Das Problem: Im speziell ausgezeichneten Familienwagen hatte jede Familie eben auch einen Kinderwagen dabei. Und wenn so ein Gefährt im Gang steht, kommen die nachfolgenden Reisenden eben kaum noch vorbei, schon gar nicht, wenn sie selbst einen Kinderwagen dabei haben. 

Das letzte, was ich von meinem Mann hörte, war also nicht ein liebevolles "Bis bald. Ich kann kaum erwarten, euch in einer Woche wiederzusehen." Stattdessen hörte ich nur ein weit entferntes Fluchen und ein "Ich muss schnell wieder aussteigen!" Unser Buggy parkte dann auch auf halber Strecke im Weg mitsamt meinem Koffer. Immerhin hatten wir das reservierte Kleinkindabteil schon fast erreicht. Die Familie vor uns wollte ebenfalls dort hinein. Doch drinnen hatten es sich schon mehrere Erwachsene bequem gemacht. "Alle bitte rausjagen", rief ich der Mutter vor mir zu. Hinter mir schimpften währenddessen die anderen Leute, die nicht weiterkamen. 

Als wir endlich im Abteil waren, und ich die Kinder auf ihre Plätze gesetzt hatte, holte ich den grossen Koffer und den Buggy. Der andere Vater versuchte indes, seinen Wagen in seine Einzelteile zu zerlegen, und dessen Aufsatz auf der Gepäckablage zu verstauen. Das Unterteil stand weiterhin draussen auf dem (Flucht-)weg. Und nun zu unserem Buggy. Er lässt sich zusammenklappen, so dass ich ihn halb unter die Sitze, halb unter meine Beine legen konnte. Zum Glück hatte ich Brudi auch einen eigenen Platz reserviert und ihn nicht auf meinen Schoss genommen. Denn eine einzige weitere Person in unserem Abteil, und wir wären alle durchgedreht. So ein Wagenabschnitt mit mehreren Kleinkindabteilen ist zwar eine tolle Idee, doch wenn der Abstellplatz für die Kinderwagen vergessen wurde, artet es alles in grösseren Stress aus als im normalen Waggon. 

Ein Vorteil des Zuges gegenüber dem Flugzeug oder Auto ist allerdings, dass sich die Kinder zwischendurch besser bewegen können - auch wenn die Reisedauer natürlich erheblich länger ist. Vom Schaffner bekommen die Kids zudem eine eigene Spiel-Fahrkarte, die sie im Bordrestaurant gegen eine kleine Box mit einem Mini-ICE und Mal- und Rätselheften einlösen kann. 

Günstige Bahnfahrt - teures Fliegen. Und Schweizer zahlen drauf

Auch preislich ist die Bahn meist erheblich günstiger als das Flugzeug: Selbst ohne Bahncard kann man kostengünstige Tickets bekommen, sofern man einige Wochen im Voraus bucht. Ich zahle häufig für die Strecke Frankfurt - Hamburg 40 bis 50 Euro für die ganze Familie. Plus neun Euro für die Sitzplatzreservierung für uns drei.

Das ist auch der Grund, warum ich grundsätzlich nach Hamburg mit der Bahn fahre und nicht fliege, auch wenn letzteres erheblich zeitsparender wäre. Denn: Die Flüge aus der Schweiz nach Deutschland sind extrem teuer. Für eine günstigste Verbindung zahlen wir - selbst wenn wir weit im Voraus buchen - mit einem Erwachsenen, einem Kind und einem Baby unter zwei Jahren bereits um die 580 Franken (ca. 530 Euro). Und im Juni wird Brudi zwei und zahlt damit fast den vollen Tarif. Ungerechterweise kostet die Strecke andersherum, also Hamburg - Zürich - Hamburg, an den gleichen Tagen bei Lufthansa/Swiss/German Wings nur um die 320 Euro. Da die Schweizer eh im Hochpreisland leben, dürfen sie wohl auch beim Fliegen kräftig draufzahlen. Unsere Lösung:

Die Anreise mit Auto und Bahn. Da die Schwiegereltern und Freunde von uns praktischerweise in Frankfurt/Main leben, fahren wir zu viert mit dem PKW von Zürich nach Frankfurt. Los geht es meist am Vormittag, so dass Brudi seinen anderthalbstündigen Mittagsschlaf machen kann, und die Fahrt dadurch für ihn nicht so lang wird. Nach der Übernachtung bei der Familie oder Freunden geht es dann am nächsten Morgen mit der Bahn weiter. Mein Mann fährt nach dem Wochenende meist zurück zum Arbeiten in die Schweiz. Zum Glück ist nicht jede Bahnfahrt so anstrengend wie die oben geschilderte. Die Rückreise machen wir übrigens per Flugzeug. Denn die Flüge ab Hamburg sind, wie ja schon erwähnt, erheblich günstiger als ab Zürich, in etwa 120 Euro für uns drei.  

Sicherlich ist es sinnvoll, auch für Kinder unter zwei Jahren einen eigenen Sitzplatz im Flieger zu buchen und einen Kindersitz mitzubringen. Kurioserweise habe ich dies bisher auf keinem meiner Flüge bei anderen Familien gesehen. Ich weiss auch nicht, wie ich diesen Sitz mitführen könnte, wenn ich mich am Gepäckband schon mit Buggy und zwei Koffern (Elisa zieht ihren ja zum Glück selbst) an der Grenze zur Überforderung befinde. Leider bieten die Airlines ja keine Sitzerhöhung zur Miete an...

So geht die Strecke wie im Flug vorbei

Auch wenn das Boden-Personal beim Boarding oft Familien mit Kindern zuerst aufruft, steige ich grundsätzlich eher spät ins Flugzeug ein. Jede Minute, die die Kids sich frei bewegen können, zählt und senkt den Stresspegel. Den Buggy nehme ich immer bis zur Flugzeugtür mit - was immerhin den Transport des Handgepäcks auf dem Flughafen erleichtert. Im Flieger habe ich für Start und Landung immer Frucht-Quetschies dabei. Denn durch das Schlucken wird der Druckausgleich im Ohr, den Kinder noch nicht selbst beherrschen, hergestellt. Für Elisa gibt es auch mal Kaugummis. 

Wenn wir Glück haben, verteilt die Flugbegleiterin noch Rätsel- oder Malhefte. Letztes Mal gab es ein Schaumstoff-Puzzle, an dem beide Kids Freude hatten. Oft kennt Elisa aber bereits alle Give-Aways. Deshalb habe ich für sie immer noch eine Kinder-Zeitschrift dabei. Auf diesen klebt ja oft ein billiges Plastik-Spielzeug, was für eine gute Stunde Flugzeit aber für beide recht spannend sein kann. Letztes Mal war es ein "Schnapp-Dinosaurier", mit dem Elisa nicht nur ihren Bruder, sondern auch den Jungen in der Reihe hinter uns bespasst hat. Nur die Security hatte so ihre Probleme mit diesen noch nie vorher gesehenen "Werkzeug". Immerhin sah es ziemlich gefährlich aus und könnte den Piloten ja ins Ohr schnappen. Nach eingehender Untersuchung und flehenden Kinderaugen durfte der Dino dann doch mit an Bord. 








Kommentare:

  1. Hallo, bin gerade auf der Suche nach neueren Artikeln zum Thema Familienabteil der Bahn auf deinen Blog gestoßen. Wir pendeln auch regelmäßig zwischen der Schweiz und dem Norden ;-) Ein Tipp: Für unter Zweijährige mit eigenem Sitz im Flugzeug gibt es den CARES-Gurt. Für die Lütten die sicherste Variante des Fliegens - mehr dazu bei kidsaway.de - und der Gurt passt ganz einfach in Handtasche oder Rucksack.

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  2. Ok. Danke. Nach diesem Gurt hatte ich auch schon recherchiert und dann hatte ich gelesen, dass er inzwischen nicht mehr von den Airlines anerkannt werden würde...?

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