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Während der Elternzeit als Redaktorin bin ich mit meinem Mann, meiner Tochter (ich nenne sie hier nach ihrem "Wunschnamen" Elisa, geb. Mai 2010) und meinem Sohn ("Brudi", so wurde er von seiner Schwester vor seiner Geburt genannt, geb. Juni 2014) von der Hansestadt an den Zürisee gezogen. Mittlerweile gehöre ich wieder zu den Working Moms und pendel mit den Kindern in den Ferien zwischen der Schweiz und Hamburg. Ich geniesse den Sommer in der Badi genauso wie am Nordseestrand, staune über die verschiedenen Kindergarten- und Kitamodelle und über meine Tochter, die schon nach kurzer Zeit perfekt Schweizerdeutsch spricht.

Donnerstag, 24. März 2016

Gibt's den Osterhasen wirklich?

Nur noch acht Tage bis Ostern. Elisa fragt jeden Tag, wie oft sie noch schlafen muss.
Als ich Kind war, kamen ergänzend zu den Adventskalendern sogar Oster-Schoko-Kalender in die Läden, um die Wartezeit zu versüssen. Aber diese sind inzwischen anscheinend wieder aus den Supermarkt-Regalen verschwunden. Wir zählen deshalb mit "Schnüpperle - 24 Ostergeschichten" die Tage. Das Buch stammt ebenfalls noch aus meinen Kindertagen und kam 1984, einige Jahre nach der Weihnachtsversion, in den Buchhandel (Verlag cbj, empfohlen ab 6 Jahren). In den Vorjahren gefielen Elisa die Schnüpperle-Bücher noch nicht so gut, weil auf etwa vier Seiten Text nur ein Bild kommt, aber mittlerweile hat sie als Fünfjährige grosse Freude am Zuhören.

Jedes Häschen nimmt gewandt, einen Pinsel in die Hand

Auf welches Buch ich mich ausserdem jedes Jahr zur Osterzeit wieder freue: Die Häschenschule (esslinger Alfred Hahn's Verlag). Schon als Kind habe ich die Verse geliebt. Nun haben wir im letzten Jahr den grossen Sammel-Band mit drei Geschichten erworben. Geschrieben wurde die Häschenschule im Jahr 1922 von Albert Sixtus. Elisa liebt die Reime genauso wie ich:

Nun beginnt die erste Stunde, 
Häschen haben Pflanzenkunde.
Eh' sie eine Antwort geben,
müssen sie die Pfötchen heben.



Warum feiern wir eigentlich Ostern?

Da es an Ostern ja nicht nur ums Eier-Suchen geht, sondern mir wichtig ist, dass die Kinder auch erfahren, wieso wir überhaupt dieses Kirchenfest feiern, habe ich für Elisa noch "Die Geschichte von Ostern" (Verlag Herder) vor einem Jahr gekauft. Das Buch ist empfohlen für Kinder von zwei bis vier Jahren und besteht aus entsprechend dicken Papp-Seiten. Deshalb war ich mir nicht sicher, ob sie vielleicht schnell zu gross dafür sein würde. Doch ich meine, dass zwei- und dreijährige Kinder damit eher noch überfordert sind, und es stattdessen sogar noch für Sechs- und Siebenjährige geeignet ist. 

Auf einmal kamen Soldaten in den Garten.(...). Sie behandelten ihn wie einen Verbrecher. Auf einem Hügel vor der Stadt starb Jesus am Kreuz. 

Daraus ergaben sich bei Elisa nämlich Fragen, was Soldaten überhaupt sind. Ob es die auch hier und heute noch gibt und ob die immer noch böse sind. Und was ist eigentlich ein Verbrecher? Und wie funktioniert das mit dem Kreuz?
Das Buch haben wir seit dem letzten Jahr schon häufiger gelesen. Als ich sie nun neulich fragte, warum wir eigentlich Ostern feiern, war die kurze und knappe Antwort: "Abgenagelt". So kann man es auch beschreiben.
Mit Brudi schauen wir übrigens verschiedene Osterhasen-Bücher mit Klappen ab zwei Jahren an. Mit der "Geschichte von Ostern" wäre er mit knapp zwei Jahren natürlich erheblich überfordert. 

Hat der Osterhase auch eine Frau?

Übrigens glaubt Elisa noch an den Osterhasen. Ich weiss noch, dass ich mit fünf begriff, dass es ihn oder den Weihnachtsmann nicht wirklich gibt. Aber immerhin stellt sie auch immer wieder kritische Fragen:
- Wie kann denn ein nicht so schlauer Hase solche Verstecke finden?
- Wie kommt der Hase denn in die Wohnung, wenn es regnet, um die Eier zu verstecken?
- Wo wohnt der Osterhase?
- Gibt es mehrere Osterhasen?

Gar nicht so einfach, ihr die Fragen zu beantworten. Ich sage dann manchmal, vielleicht ist es ein spezieller Hase oder dass ich es auch nicht weiss. Wenn sie allerdings konkret fragen würde, ob es ihn überhaupt gibt, würde ich ihr schon die Wahrheit sagen. Ansonsten spätestens im nächsten Jahr. Denn dann ist sie in der Schule. Und ich möchte auch nicht, dass sie von ihren Mitschülern gehänselt wird, weil sie noch daran glaubt. Da aber auch die meisten ihrer Freundinnen noch an den Osterhasen glauben und auch die Kindergärtnerin den Kindern Fragen stellt à la "Was muss ein Osterhase alles können?" lasse ich ihr jetzt noch die kindliche Freude, die sie daran hat.


Bunte Eier auch an Weihnachten

Letztes Jahr war Ostern ja im April. Als ich im Mai in den Schweizer Geschäften immer noch gefärbte hartgekochte Eier vorfand, fing ich an, mich zu wundern. Warum werfen die die Eier nicht endlich weg? Es wurde Sommer, Herbst und Weihnachten. Und die Eier waren immer noch da. Ich fragte schliesslich eine Freundin, wieso es in der Schweiz das ganze Jahr über bunte Eier gibt. Sie sagte, dass man die Einfärbung zur Unterscheidung zwischen hartgekochten und rohen Eiern dient. Achso.

Ein weiterer Unterschied zwischen unserer alten Heimat und der Schweiz: Früher sind wir am Ostersamstag abends oft an den Elbstrand gefahren, wo es viele grosse Osterfeuer gab. In einigen Stadtteilen gibt es auch spezielle Feuer für Kinder, die schon am Nachmittag stattfinden. Mal schauen, was wir hier Schönes machen werden.


Und wie macht ihr das? Wie lange haben eure Kinder an den Osterhasen geglaubt? Habt ihr einen besonders schönen Osterbrauch?






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