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Während der Elternzeit als Redaktorin bin ich mit meinem Mann, meiner Tochter (ich nenne sie hier nach ihrem "Wunschnamen" Elisa, geb. Mai 2010) und meinem Sohn ("Brudi", so wurde er von seiner Schwester vor seiner Geburt genannt, geb. Juni 2014) von der Hansestadt an den Zürisee gezogen. Mittlerweile gehöre ich wieder zu den Working Moms und pendel mit den Kindern in den Ferien zwischen der Schweiz und Hamburg. Ich geniesse den Sommer in der Badi genauso wie am Nordseestrand, staune über die verschiedenen Kindergarten- und Kitamodelle und über meine Tochter, die schon nach kurzer Zeit perfekt Schweizerdeutsch spricht.

Sonntag, 10. April 2016

Ohrringe, Prinzessinnen-Schuhe, rosa für Jungs - was darf, was kann und was geht gar nicht?

Marsha von Mutter und Söhnchen lädt zu ihrer zweiten Blogparade ein. Es geht um Kinder und ihre Lieblingsklamotten. Sucht euer Kind morgens die Klamotten aus oder wird das angezogen, was ihr rauslegt habt? Wie verändert sich das Anziehverhalten? Oder habt ihr das Gefühl, dass es schon im Kindergartenalter Gruppenzwang in Bezug auf Kleidung gibt?


Brudi zeigt glücklicherweise bisher kaum Allüren, ausser dass er am liebsten in meinen oder in Elisas Stiefeln los spaziert. Ansonsten ist es ihm egal, welches Shirt ich ihm anziehe. So lange es nicht zu eng ist oder kratzt.
Ich freue mich übrigens besonders, wenn er ältere, aber noch schöne Sachen von seiner Schwester aufträgt. Denn ich liebe sinnvolle Zweitverwendung statt Konsum: Ob Pulli, Hose, Body - oder sogar die Schuhe, obwohl sie nicht wirklich Jungs-Style sind. Aber ich finde: Bei einem noch nicht einmal Zweijährigen, dessen Füsse gerade alle zwei Monate um eine Grösseneinheit wachsen, kann man in Anbetracht der Preise für gute Kinderschuhe darüber hinweg sehen, wenn sich an der Seite ein dünner rosa Streifen über den weissen Schuh zieht. Ich stecke ihn ja nicht in lila Blümchen-Schuhe.

Ausserdem: Die Tage sind gezählt, bis er sich nicht mehr alles anziehen lässt und zudem der Grossteil von Elisas getragener Kleidung für ihn wirklich zu mädchenhaft sein wird.

Ganz anders Elisa. Nicht nur, dass sie ganz genau weiss, was sie anziehen mag und was nicht. Sie mischt sich auch bei meiner Kleider-Auswahl mit ein. "Mama, warum ziehst du denn keinen Rock mit hohen Schuhen an?" (Wir gehen lediglich zum Einkaufen und auf den Spielplatz). "An meinem Geburtstag sollst du aber ein schönes Kleid anziehen!" Ok, versprochen.

Bei Ohrringen bleibe ich streng

Ausserdem haben wir permanent Diskussionen über ein anderes Fashion-Thema: Ohrringe. "Fiona, Leonie, Lena und Lilly haben aber alle Ohrlöcher. Warum darf ich denn keine?" Weil ich in dieser Hinsicht spiessig bin. Ich vertrete nämlich eine ähnliche Ansicht wie der deutsche Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Dieser ordnet Ohrlochstechen, ebenso wie Tätowierungen und Piercings bei Minderjährigen als Körperverletzung ein. So ab dem Teenager-Alter würde ich meiner Tochter das Ohrlochstechen schon erlauben. Aber ich finde bei einer Fünfjährigen muss dieses Mode-Accessoire, bei dem man Entzündungen nicht ausschliessen kann, wirklich noch nicht sein. Wir haben Elisa stattdessen Ohrschmuck zum Anclippen geschenkt.
Umso grotesker, dass ich bei meiner Internet-Recherche im Netz sogar auf eine Kinderarzt-Praxis gestossen bin, die Ohrloch-Stechen anbietet. Wenn auch "erst" ab einem Jahr. Einerseits ist dies sicherlich die bessere Alternative zu einem Frisörsalon. Andererseits wird darauf hingewiesen, dass dieser Vorgang mit geringfügigen Schmerzen verbunden sein kann. Aber wie kann ein Kinderarzt einem Kind Schmerzen zufügen, die nicht medizinisch sinnvoll sind?

Auch bei Schuhen wird nicht jeder Trend mitgemacht

Eine ähnliche Diskussion haben wir über Absatz-Schuhe. "Aber Célinas Stiefel haben auch einen kleinen Absatz. Ich will auch solche", jammert Elisa. Ja, aber ich finde, dass kleine Mädchen zum einen nicht damenhaft daher kommen müssen. Zum anderen schadet diese unnatürliche Haltung der Entwicklung ihrer Füsse und ihrer Wirbelsäule. Frühestens ab 14, 15 Jahren sollte das Tragen von Schuhen mit höherem Absatz ab und zu erlaubt sein, raten auch Orthopäden. Ausserdem: Wie soll ein Kind in Absatzschuhen noch toben, rennen und klettern?

Kleidung schon am Vorabend aussuchen, spart Stress am Morgen

Damit morgens vor dem Kindergarten beim Aussuchen der Klamotten kein Stress aufkommt, sucht Elisa sich nun jeden Abend ihre Wunsch-Kleidungsstücke heraus. Und ich berate sie, um Schlimmstes zu vermeiden. Zum Beispiel Trägerkleid ohne Shirt im Winter oder eine kompliziert zu knöpfende Bluse, wenn an dem Tag Turnen ansteht. Ansonsten überlasse ich ihr grösstenteils die Wahl.

1 Kommentar:

  1. Beim Thema Ohrloch-stechen bin ich voll deiner Meinung. Ich finde das furchtbar - ab 12 Jahren oder so ist es wieder ein anderer Schnack. Und wenn, dann bitte professionell beim Piercer und nicht in einer billo Modeschmuck-Bude.

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