Über mich

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Während der Elternzeit als Redaktorin bin ich mit meinem Mann, meiner Tochter (ich nenne sie hier nach ihrem "Wunschnamen" Elisa, geb. Mai 2010) und meinem Sohn ("Brudi", so wurde er von seiner Schwester vor seiner Geburt genannt, geb. Juni 2014) von der Hansestadt an den Zürisee gezogen. Mittlerweile gehöre ich wieder zu den Working Moms und pendel mit den Kindern in den Ferien zwischen der Schweiz und Hamburg. Ich geniesse den Sommer in der Badi genauso wie am Nordseestrand, staune über die verschiedenen Kindergarten- und Kitamodelle und über meine Tochter, die schon nach kurzer Zeit perfekt Schweizerdeutsch spricht.

Samstag, 18. Juni 2016

Erst Röntgen, dann Gipsen - wenn die Puppe ins Spital muss

Heute war "Tag der offenen Tür" in der Schulthess Klinik in Zürich. Es gab dort spannende Sachen für die ganze Familie. Ich war mit Elisa da und versuchte, in anderthalb Stunden möglichst viele Dinge auszuprobieren, da wir leider wenig Zeit hatten.

Los ging es in der Lobby damit, dass Elisa an Kinderkrücken laufen und einen Rollstuhl ausprobieren konnte. Danach ging es zum Schminken und zu einer Fotowand, an der sie als Ärztin posierte. Ich probierte währenddessen aus, wie es um mein Gleichgewicht und meine Gangsicherheit bestellt war. Danach machte Elisa bei einer Tastaufgabe mit, bei welcher man in verschiedenen Boxen verschiedene Dinge vom Gras zum Golfball ertasten sollte. Daran an schloss sich ein olfaktorischer Test, bei welcher sie an neun verschiedenen Stiften roch, und sich jeweils zwischen vier Düften entscheiden musste (von Schuhleder über Zimt bis Ananas).

Anschliessend beobachteten wir im Ultraschall den Blutfluss durch die Aorta in Elisas Kopf und lauschten dem Rauschen ihres Blutes. Danach mussten wir anstehen. Zum ersten Mal an diesem Tag. Denn beim Gipsanlegen standen viele Kinder, die ihre Puppe oder sich selbst verbinden lassen wollten. Elisa wollte ihren Arm geschient bekommen und war entsprechend stolz auf das Resultat. Zum Schluss durfte Elisa noch ihre Puppe zum Röntgen bringen und bekam das Röntgenbild mit nach Hause.

Sonntag, 12. Juni 2016

Klassenzuteilung in der Primarschule - die Karten werden neu gemischt

In welche Schule würde Elisa kommen, und vor allem mit wem? Diese Frage beschäftigte uns intensiv seit Jahresbeginn. Eigentlich war ich mir sicher, dass sie in die nahe gelegene Schule im Dorf kommen würde. Doch die Kindergärtnerin meinte zu mir, dass es in diesem Jahr so viele Vorschulkinder geben würde in den fünf Kindergärten, dass zusätzlich zu den zwei Klassen in der Dorfschule eine dritte Klasse in der weiter oben gelegenen Schule, die mehr Platz böte, eröffnet werden würde. Und dass es tatsächlich auch Kinder geben würde, die an dem alten Schulhaus vorbei bergauf ins grössere Schulhaus laufen müssten. Der Weg von unserem Haus zur höher gelegenen Schule dauert etwa 25 Minuten. Wobei das eigentliche Problem nicht der Weg am Morgen oder Mittag ist, sondern die anderthalbstündige Mittagspause, für die sie nach Hause kommt. Diese lohnt sich entsprechend kaum, wenn zwei Drittel davon für den Weg veranschlagt werden. Es hält allerdings ein öffentlicher Bus nicht weit von uns entfernt. Sie könnte entsprechend vier Stationen zur Schule fahren.

Können Vier- bis Sechsjährige allein Bus fahren? 

Aber ist eine gerade mal sechs Jahre alt gewordene Erstklässlerin dazu schon in der Lage? Würde sie es als relativ zierliches und schüchternes Mädchen schaffen, auch bei grossem Gedränge von Erwachsenen und Teenagern an der richtigen Station auszusteigen? Ich bezweifel das. Ganz anders sieht das allerdings die Schulpflege in Uster. Hier soll es für einen Vierjährigen zumutbar sein, zusammen mit einem gleichaltrigen Freund in den 2,1 km entlegenen Kindergarten mit dem öffentlichen Bus zu fahren!


Wird es die Wunschschule?

Nun wurde also die Postzustellung mit der Schulzuteilung für den letzten Samstag zugesagt. Aufgeregt schauten wir aus dem Fenster, wann nun endlich der Briefträger kommen würde. Gegen zehn hielt ich den Brief endlich in meinen Händen. Ich öffnete ihn aufgeregt und las erleichtert, dass Elisa ins alte Schulhaus kommen würde. Yippee! Den ersten Schritt hatten wir geschafft. Aber mit wem? Würde ihre beste Freundin auch dabei sein? Oder jedenfalls ihre zweit- oder drittbeste? Über what's app kontaktierte ich andere Mütter aus ihrem Chindsgi. Ihre Freundin hatte noch keine Post bekommen, doch ich wusste schon vor ihr, dass die beiden Mädchen nicht in einer Klasse sein würden. Denn die Mutter eines Jungen, der in ihrer Parallelklasse sein würde, hatte im Gegensatz zu uns bereits eine Telefonliste mit allen Schülerinnen und Schülern erhalten. Und auf dieser stand nun leider auch der Name von Sarah. Schade. Ich munterte meine Tochter damit auf, dass sie ja immerhin in der Pause zusammen spielen könnten und man während des Unterrichts ja sowieso aufpassen, und sich nicht unterhalten solle.

Die besten Freundinnen sind nicht in ihrer Klasse...

Und ich sagte zu ihr, dass ihre beiden anderen Freundinnen bestimmt in ihrer Klasse wären, da sie nicht auf der Liste der Parallelklasse stünden und auch nur zwei, drei Minuten von uns entfernt wohnen - und somit wohl nicht hoch in die andere Schule müssten. Ein fataler Irrtum! Beide Mädchen müssen nun gute 20 Minuten zur Schule laufen und begegnen auf ihrem Weg nach oben noch einigen Kindern, die von einer etwas höher gelegenen Siedlung zum alten Schulhaus hinunter laufen. Wie grostesk! Ich finde es wirklich schade, dass Elisa nun ohne eine ihrer besten Freundinnen in die Klasse kommt. Sie war hier gerade mal anderthalb Jahre im Kindergarten und hat langsam Freundschaften geschlossen, ihre zwei besten Freundinnen sind sogar erst in diesem Kindergartenjahr dazu gestossen. Und da reisst man sie schon wieder auseinander?

Warum werden vertraute Sozialgefüge ständig auseinander gerissen? 

In Hamburg kann man in den meisten Schulen immerhin eine beste Freundin angeben, mit der man in die Klasse kommt. Bei mir war es damals sogar so, dass ich mit dem Kern meiner Grundschulklasse bis zur zehnten Klasse zusammen war. Weil beim Übertritt in die fünfte Klasse und bei der Fremdsprachen-Wahl in der siebten Klasse jeweils die Gruppen aus der alten Klasse zusammen blieben. Nun ist Elisa nur mit einem Mädchen und zwei Jungs aus ihrer alten Gruppe zusammen. Sie wird sicherlich neue Freundschaften schliessen, aber ich sehe trotzdem keinen pädagogischen Sinn hinter diesem System. Da der Übertritt in die Primarschule ja schon ein kleines Abenteuer für die Kinder ist, hätte man ja jedenfalls die Kinder aus einer Kindergartengruppe, die auf die gleiche Schule kommen, zusammen lassen können. Ab der vierten Klasse werden die Klassen übrigens wieder neu zusammen gestellt.

Die Organisation der Nachmittagsbetreuung

Am Dienstag bekommt Elisa ihren neuen Stundenplan und dann steht für mich die nächste Herausforderung an: Einen Tag für eine gemeinsame Nachmittagsbetreuung für Elisa bei Sarah zu finden. Da Elisa nicht an drei Tagen in der Woche in den Hort gehen mag, dieser am Montag auch schon ausgebucht war und zudem einen zusätzlichen Kostenfaktor darstellt (65 Franken pro Mittag + Nachmittag), geht sie Montags nach dem Kindergarten mit zu Sarah. Nun hat Sarah, die neben der Telefonliste auch bereits einen Stundenplan hat, Montags Nachmittagsunterricht. Entsprechend wird es hoffentlich einen meiner Arbeitstage geben, an denen beide Mädchen einen gleichen Stundenplan am Nachmittag haben. Etwas neidisch schaue ich auf das Hamburger System der Ganztagsschulen. In diesem ist- je nach Modell - Nachmittagsbetreuung an bis zu fünf Tagen in der Woche bis 16 Uhr garantiert. Bis 18 Uhr können die Eltern zwei Stunden hinzu kaufen.