Über mich

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Während der Elternzeit als Redaktorin bin ich mit meinem Mann, meiner Tochter (ich nenne sie hier nach ihrem "Wunschnamen" Elisa, geb. Mai 2010) und meinem Sohn ("Brudi", so wurde er von seiner Schwester vor seiner Geburt genannt, geb. Juni 2014) von der Hansestadt an den Zürisee gezogen. Mittlerweile gehöre ich wieder zu den Working Moms und pendel mit den Kindern in den Ferien zwischen der Schweiz und Hamburg. Ich geniesse den Sommer in der Badi genauso wie am Nordseestrand, staune über die verschiedenen Kindergarten- und Kitamodelle und über meine Tochter, die schon nach kurzer Zeit perfekt Schweizerdeutsch spricht.

Freitag, 2. September 2016

Die ersten Tage in der Primarschule

Nach Elisas anfänglicher Skepsis gegenüber der Schule, geht sie seit dem zweiten Tag recht gern hin. Der Stundenplan ist, wie ich finde, mit 24 reinen Unterrichtsstunden (davon 3 Mal nachmittags) ziemlich voll. So hat sie zum Beispiel auch am Freitagnachmittag noch bis halb vier Schule.
Montags und dienstags geht sie mittags in den Hort. Sie kennt ihn schon aus Kindergarten-Zeiten. Er befindet sich ebenfalls auf dem Kindergarten-Gelände und ist für Kinder vom ersten Chindsgi-Jahr bis zur dritten Klasse. Dafür hat sie mittwochs nur drei Stunden und kommt schon um viertel nach elf nach Hause. Dies ist auch mein freier Tag, so dass Elisa, Brudi und ich zusammen essen können. Donnerstags isst sie ebenfalls bei mir und freitags wechseln sich mein Mann und der Vater ihrer Freundin mit dem Mittagstisch ab. Klar, etwas neidisch bin ich schon auf die Hamburger Ganztagsschulen, aber so kommen wir immerhin auch unter der Woche zweimal wöchentlich in den Genuss eines gemeinsamen Mittagsessens, wo ich sonst ja schon ziemlich viel am Arbeiten bin.

Adé Schreibschrift

Morgens geht sie meistens gemeinsam mit anderen Kindern aus der 1a und 1b zur Schule. Nachmittags zuweilen auch allein, wenn sie schon früher Schluss hat als ihre Freunde. Am dritten Tag fand bereits der Elternabend statt. Zuerst gab der Direktor für die Eltern beider Klassen generelle Infos zur Primarschule. Danach zwängten wir uns auf die Erstklässler-Stühle unserer Kinder. Die Lehrerin erläuterte, nach welchen Methoden sie unterrichtet. So wird das Schreiben und Lesen lernen ganz anders unterrichtet als in meiner Schulzeit. Wir begannen damals mit den Buchstaben F und U. Und der sogenannten Socken-Puppe Fu. Später kamen immer mehr Buchstaben hinzu, bis wir den Satz schreiben und lesen konnten "Fu ruft Fara".
Elisa bekommt jedoch eine Buchstabentabelle, bei der neben jedem Buchstaben ein entsprechendes Symbol steht. Zum Beispiel V = Vogel. Anhand dieser suchen sie sich nun die Buchstaben zusammen und setzen die Wörter zusammen. So hat Elisa bereits am dritten Tag einen ersten kleinen Brief an uns verfasst:

Auf orthografische Korrektheit wird dabei allerdings im ersten Schuljahr noch nicht geachtet. Auch können die Kinder, wenn sie einen Satz geschrieben haben, diesen später nicht unbedingt lesen. Sie müssten dann ggf. wieder auf die Tabelle zurückgreifen. Wir sollen sie ausserdem nicht laut vorlesen lassen, sondern erstmal das Schreiben üben und später leise, also nur im Kopf, lesen lassen.
Auch ganz neu: In diesem Schuljahr wird im Kanton Zürich erstmals die Basisschrift eingeführt. Sie löst die Schreib- oder Schnürlischrift ab. Der Zwang, Buchstaben zu verbinden, entfällt hierbei. Und die Schüler müssen nicht mehr zwei Schriften lernen. Aus ihr soll jeder Schüler später seine eigene, persönliche Handschrift entwickeln.

Hinduismus statt Evangelisch

Neben den Fächern Deutsch, Musik, Schwimmen, Turnen und Mathe gibt es übrigens Religion und Kultur. Hier wird ein Überblick über die Weltreligionen gegeben, allerdings mit einem Schwerpunkt auf das Christentum. Später gibt es wohl noch ein spezielles Angebot entsprechend der jeweiligen Konfession. Lustigerweise stand in der Klassenliste hinter Elisas Namen: Hinduismus. Als wir unsere Telefonnummern abgleichen sollten beim Elternabend, habe ich es im letzten Moment noch entdeckt. Keine Ahnung, wie es dazu gekommen ist. Womöglich hätte man uns sonst noch als Experten für Hinduismus für das Fach Religion und Kultur eingeladen. Nun wird Elisa allerdings später ganz banal am evangelisch ausgerichteten Unterricht teilnehmen.