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Während der Elternzeit als Redaktorin bin ich mit meinem Mann, meiner Tochter (ich nenne sie hier nach ihrem "Wunschnamen" Elisa, geb. Mai 2010) und meinem Sohn ("Brudi", so wurde er von seiner Schwester vor seiner Geburt genannt, geb. Juni 2014) von der Hansestadt an den Zürisee gezogen. Mittlerweile gehöre ich wieder zu den Working Moms und pendel mit den Kindern in den Ferien zwischen der Schweiz und Hamburg. Ich geniesse den Sommer in der Badi genauso wie am Nordseestrand, staune über die verschiedenen Kindergarten- und Kitamodelle und über meine Tochter, die schon nach kurzer Zeit perfekt Schweizerdeutsch spricht.

Samstag, 8. Oktober 2016

Wieviele Hobbys braucht ein Kind?

Seit einem Jahr hat Elisa einen grossen Wunsch: Geige zu lernen. Nun freute ich mich ja sehr über ihr Interesse ein Instrument zu spielen. Es sprechen aber auch ein paar kleinere Dinge gegen die Geige: Im Gegensatz zur Blockflöte oder zum Klavier dauert es relativ lange, bis man schöne Klänge oder sogar ganze Lieder herausbringt. Zudem kostet der Geigenunterricht hier 700 Franken im Semester. Plus Leihgebühr für das Instrument. Und viele Pädagogen empfehlen, nicht gerade zeitgleich mit dem Schulstart mit einem Instrument zu beginnen. Das überfordere das Kind.

In Deutschland beginnen viele Kindergarten-Kinder, so wie auch ich damals, mit etwa fünf Jahren mit dem Blockflötenunterricht. Hier in Zürich ist das aber anscheinend nicht üblich. Selbst die Musikschule, die ja eigentlich am Umsatz interessiert ist, empfahl das Lernen eines Instruments erst ab der 2. oder 3. Klasse. In der 1. Klasse gebe es ja den normalen Grund-Musikunterricht in der Schule, quasi als Basis. Und vorher bei Interesse den Musikkindergarten. Die Kinder sollten zudem erst lesen lernen, bevor sie Noten lesen lernen. Wobei mir dieses Argument nicht ganz einleuchtet, denn ich habe damals ohne Probleme mit fünf das Notenlesen gelernt.

Wieviel freie Zeit ist richtig?

Klar, ein Instrument zu spielen bringt Spass. Aber noch viel mehr. So haben Zürcher Forscher herausgefunden, dass Menschen, die ein Instrument spielen, auch leichter Fremdsprachen lernen. Auch die sportliche Betätigung ist überaus wichtig. Die Kinder sitzen heute zu lang, was Koordinations- und Haltungsschäden mit sich bringt. Zudem hängen auch sportliche Betätigung und geistige Leistungsfähigkeit zusammen.

Nun haben manche Kinder aber heutzutage einen derart prall gefüllten Nachmittagskalender, dass für das freie Spiel und das Ausruhen gar keine Zeit mehr bleibt. Was also tun, um das Kind nicht zu über- oder unterfordern? Elisa hat immerhin dreimal wöchentlich nachmittags Unterricht und einmal Hort bis viertel vor drei. Wo bleibt da freie unverplante Zeit? Ein Sohn von Bekannten schafft es bei diesem Pensum sogar fünf verschiedene Hobbys einzubauen. Mir sind jedoch auch "langweilige" Abhängphasen, in denen das Kind zuhause quasi mal für ein, zwei Stunden ohne elterliche oder sonstige Anregungen sich selbst überlassen ist, wichtig. Denn eben aus dieser Langeweile heraus lernen Kinder ja erst die Fähigkeit zur Kreativität.

Wir machen es jetzt so: Samstags ist Schwimmen und Donnerstags Geigenunterricht. Also einmal Sport und einmal Musik. Dafür hat sie mittwochs schon um 11:05 Schulschluss und dann wirklich einen sehr langen Nachmittag zur freien Verfügung oder zum Verabreden mit Freunden. 
Übrigens meinte unser Kinderarzt, dass die Geigenstunde ja gar nicht unbedingt eine zusätzliche Lern-Belastung darstellen müsse, sondern quasi auch eine Art Ausgleich zum Schulstress sein kann.

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